#3 Breaking Stereotypes mit Anna Stieblich
Shownotes
Schauspielerin Anna Stieblich spricht mit Clara Devantié und Irina Thiab über ihre Arbeit, den Film "Blindgänger" und die Frage, wie wir das Schubladendenken in der Branche überwinden können. Anna Stieblich arbeitete selbst am Theater bevor sie mehr zufällig beim Film landete und schließlich als Doris Schneider aus Türkisch für Anfänger deutschlandweit bekannt wurde. Sie erzählt von den Freiheiten, die das Theater bei der Rollenfindung bietet und wie wir daraus für den Film etwas lernen können.
Anna Stieblich zeigt am 24.06. zusammen mit Feminist Time Travel den Film "Blindgänger" von Kerstin Polte im Filmtheater am Friedrichshain.
Ein Podcast über die Geschichte weiblicher und Flinta*-Filmschaffender in der deutschen Filmindustrie. Einmal im Monat gehen Irina Thiab, Clara Devantié und Svenja Heinrichs mit Filmemacherinnen, Schauspielerinnen und Kreativen aus der Filmbranche auf ihre ganz persönliche Zeitreise.
Ein Podcast des Pro Quote Film e.V., entstanden im Rahmen der Filmreihe “Feminist Time Travel”, unterstützt von der MEHR KULTUR-Förderung der Berliner Sparkasse.
Wo ihr uns findet: Instagram @feministtimetravel
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Unser Podcast erscheint immer am 05. eines Monats.
Transkript anzeigen
00:00:04: Feminist
00:00:06: Time Travel, Time Travel.
00:00:13: Hallo, herzlich willkommen zu unserer dritten Folge Feminists Time Travel!
00:00:18: Ich bin Clara Dementi, ich bin Schauspielerin und heute habe ich einen Co-Host hier, Irina Thierb, Irinas Produzentin.
00:00:28: Jetzt musst du was sagen?
00:00:36: Teil von diesem Podcast auch sein zu dürfen.
00:00:39: Gemeinsam mit unserer Kuratorin für unsere nächste Vorstellung, und zwar Anna Stieblich.
00:00:44: Hallo Anna!
00:00:45: Ja
00:00:45: hallo ich bin Anna, ich bin eingeladen hier und darf eben einen Lieblingsfilm kuratieren und dafür führen wir jetzt vorher dieses Gespräch.
00:00:55: Genau
00:00:56: und ja wir sind natürlich hoch erfreut dass du heute hier sein kannst und das du für unsere Film-Rave Feminist Time Travel ein nächstes Screening kuratiert hast Und dafür wollen wir dich das natürlich ein bisschen kennenlernen.
00:01:08: oder die Leute, die zum Screening kommen wollen.
00:01:09: Ich vielleicht ein bisschen kennengelernt auch wenn du natürlich vielen schon einen Begriff bist würde ich jetzt mal behaupten.
00:01:15: aber wir fangen mal mit dir persönlich an und deinem Bezug zum Kino und zwar mit der Frage was war dein erstes Kinoehrlebnis?
00:01:25: Oder deine erste Erinnerung am Film?
00:01:27: kannst du dich da an etwas erinnern?
00:01:29: Ja genau ich kann mich erinner'n an peinlicherweise meinen ersten Film, der da war Cinderella von Walt Disney.
00:01:39: Und das ist glaube ich passt eigentlich überhaupt nicht zu mir aber es war mein erster Kinofilm und es war ja ein Riesenerlebnis als Kind ins Kino zu gehen jedenfalls in den Siebzigern.
00:01:55: Ich kann mich nicht erinnern wie ich den Film fand.
00:01:58: Es gab einen Wahnsinns Streit mit meinem Vater und dem Nachbarn die mich mitgenommen hatten um Geld, wer das bezahlt und die wollten mich einladen.
00:02:05: Mein Vater wollte es selber bezahlen.
00:02:07: Daran kann ich mich hauptsich hier hinein.
00:02:09: Aber wahrscheinlich hat mich der Film auch geprägt oder diese Machart oder überhaupt dieses... ... visualisierte Märchen.
00:02:16: Das Märchen kannte ich natürlich als Aschenputtel und dann aber diese amerikanische Version zu sehen... Da
00:02:21: wurde, schuldigung, das habe ich unterbrecher, da wurde glaube ich in den Fünfzigern animiert oder?
00:02:25: Wahrscheinlich, genau!
00:02:26: Ich hab ihn Anfang Siebziger gesehen.
00:02:28: Ich finde
00:02:29: es so verrückt dass man in den fünftigern schon solche Filme machen konnte.
00:02:32: Was meinst du mit solchen Filmen?
00:02:35: Also die Atemweise wie die Animation gestaltet ist ja nicht einfach nur so ein Daumenkeen oder sich irgendwie
00:02:40: nacheinander
00:02:41: sondern sind wirklich so ... beetschöne Märchen, die irgendwie auf den Leinwand gebracht wurden.
00:02:47: Und wirklich eine Geschichte erzählen, die sich extrem lebendig anfühlt, wo es nicht einfach so abgehakt ist, sondern wie man zum Beispiel jetzt in Animes kennen würde aber... wo man halt wirklich irgendwie so voll den Flow drin findet und sich so richtig drin verlieren kann.
00:03:02: Aber wo natürlich auch alle Archetypen überhaupt noch mal so richtig fit damit ja gerne die Frau, die gerettet werden will und der Mann, der rettet und natürlich auch dieses dann ja auch immer weiter gesehen typische... Wahnsinnig aufgeladene Happy End des amerikanischen Films, ne?
00:03:21: Davon sind wir ja auch irgendwie nicht loszukriegen.
00:03:24: Nee, absolut ganz und gar nicht!
00:03:27: Da waren Disney-Filme... Also in der letzten Folge haben wir irgendwie auch super viele über Disney-filme geredet weil es dann doch für viele Leute in der Kindheit einfach extrem prävent
00:03:35: war.
00:03:35: Ja genau, die waren ja auch überschwemmt davon.
00:03:37: Du kamst ja nicht weg davon.
00:03:38: also ich hab glaube ich was habe ich dann als Jugendliche?
00:03:42: war ich da überhaupt Jugendlicher oder schon älter?
00:03:44: Also Heavenly Creatures war glaube ich der erste Film Wo ich dachte, es geht auch anders.
00:03:50: Zwei Mädchen bringen die Mutter der einen um.
00:03:52: Sie können so ein Austranzer-Film haben.
00:03:54: Das hat mich sehr beeindruckt!
00:03:57: Dann gab's in meiner Jugendlichen Zeit das erste Mal überhaupt Filmnächte... Das war der Wahnsinn.
00:04:02: Es kann man sich gar nicht vorstellen, wie aufregend das zwei Filme hintereinanderzukommen.
00:04:09: Ja und damals waren die auch schon kretschbar,
00:04:10: aber ja auch.
00:04:15: Und da war es dann irgendwie schon relativ früh.
00:04:18: was wo du gedacht hast?
00:04:18: so, es ist ganz cool!
00:04:20: Das könnte irgendwie ein Beruf sein, da sehe ich mich oder das könnte ein Spaß sein zumindest?
00:04:24: Nee
00:04:24: überhaupt nicht.
00:04:25: Ich wollte gar nicht vor die Kamera haben.
00:04:29: eher auch so hat mir mal vorgestellt, das ist so aufregend.
00:04:32: Ich würde explodieren wenn ich damit machen muss.
00:04:34: Ja und bist du explodiert?
00:04:36: Ich bin dann nicht explodierter aber ich bin ja sehr spät erst vor die Kamera gekommen.
00:04:41: Ja!
00:04:41: Wir haben eine richtig klassische Theaterausbildung und es war gar nicht so angesagt.
00:04:46: wir hatten keine Kameraktingkurse und kein... Auch gar keinen Bedürfnis uns irgendwelche Serie war ja sowieso out of oder das machte man nicht, Serie war was nicht künstlerisches.
00:05:04: Du hast nämlich, du hast Theater studiert
00:05:06: und... Also ich war auf einer Schauspielschule für Musik- und Theater in Hannover.
00:05:11: Was
00:05:11: ist ja sehr getrennt in Deutschland so mit dem, also man macht Theater oder man macht Film?
00:05:16: Und
00:05:17: jetzt ja nicht mehr.
00:05:18: aber es war wirklich richtig krass getrennend!
00:05:22: Wir sind fürs Theater ausgebildet worden Und haben einen Medienschein gemacht.
00:05:26: Aber der Bestand darin, dass wir selber ein super Achtfilm gedreht haben und den selber geschnitten noch mit diesen kleinen Schnittapparätchen... Ach krass!
00:05:35: ...und an so eine kleine Leine gehängt und...
00:05:38: Wie cool aber?
00:05:38: Ja, richtig
00:05:39: cool.
00:05:39: Finde ich jetzt im Nachhinein finde das auch richtig cool, aber es war ganz weit weg von Kamera-Acting.
00:05:44: Mhm.
00:05:45: Der Fokus sagt dann trotzdem, obwohl ihr das gefilmt habt auf dem Theater Acting, das find' ich irgendwie ganz spannend.
00:05:51: Ja genau, bei dem Medienschein ging es darum selber ein Verständnis von Filmen zu bekommen.
00:05:58: Aber jetzt eher hinter der Kamera gar nicht.
00:06:02: Und dann nachdem du aus dem Studium rausgekommen bist hast du dann erst mal weiter im Theaterbereich gearbeitet.
00:06:06: und wie kam dann der Sprung zum Film im Fernsehen?
00:06:09: Ich war dann ganz normal.
00:06:12: Erst war ich am Stadttheater Luzern engagiert, dann am Staatstheater Wiesbaden Dann bin ich nach Wien gegangen, aus privaten Gründen.
00:06:22: Aber immer versucht weiter Theater zu machen und bin dann mit Ende dreißig.
00:06:29: Ich habe mich in Zürich mal mit einer Filmklasse als Schauspielmaterial in einem Workshop, den die machen mussten, mitgespielt.
00:06:39: Das war doch mein erster Kontakt mit Filmen.
00:06:40: Es fand sich aber auch nicht schlecht.
00:06:41: Es war toll ... ... neun verschiedenen Studierenden, dieselbe Szene zu aufzunehmen.
00:06:48: Also wie unterschiedlich... also das sind wir schon bei Perspektiven.
00:06:51: Wie unterschiedlich eine Szene inszeniert werden kann.
00:06:54: Das fand ich natürlich super.
00:06:55: Ja.
00:06:56: Weil war es dann, dass du dann irgendwie so in den Film gekommen bist?
00:06:59: War das quasi eher...?
00:07:00: wie so eine zufällige Entwicklung oder was?
00:07:02: War zufältig,
00:07:03: ja.
00:07:03: Es hat mich jemand gefragt, hast du da Lust zu?
00:07:05: Wir brauchen Schauspielende, ne wir müssen eine Übung machen in der Hochschule also im Hochschulzusammenhang und
00:07:09: dann war es so Gott mehr nicht weit explodieren.
00:07:11: Ich kann ja gar nichts.
00:07:12: Da noch nicht!
00:07:14: Das darf ich ja nicht.
00:07:16: Ja ich hatte eher so...ich bin sehr leicht zu beeindrucken muss man sagen um das jetzt mal einen Kontext zu bringen.
00:07:22: Ich bin sehr leicht zu beeindrucken und hab gedacht wenn..also und ich gucke sehr gerne spannende Filme, aber das zu spielen dachte ich, dass würde ich gar nicht schaffen.
00:07:31: Weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Spannung hast du ja nicht selber, die du dann als Zuschauerin hast wenn du einen Psycho-Thriller spielst?
00:07:39: Hast du ja auch nicht selber diese Spannungen, die ich nachher habe?
00:07:41: Also Film ist ja sehr viel technischer als Bühne und es kommen ja sehr viele Komponenten dazu.
00:07:47: Die Musik und der Schnitt und so, das konnte ich mir alles gar nicht vorstellen.
00:07:51: Deswegen dachte ich... Ich muss das dann tragen!
00:07:53: Ich spiele in einem Psycho Thriller mit Und dann ist es ja so, als würde mir das tatsächlich passieren.
00:07:58: Das könnte ich nicht aushalten.
00:07:59: Das wäre auch nicht so schön!
00:08:02: Ja und das heißt jetzt quasi in deinem heutigen Arbeitsalltag Filmtheater was überwiegt ihr?
00:08:09: oder wie sieht's so normaler?
00:08:11: Tag oder normaler Zeitraum an Arbeit für dich aus.
00:08:15: Kann man das überhaupt so einkriegen?
00:08:16: Nee,
00:08:17: kann man eben nicht!
00:08:17: Aber das ist ja auch das Tolle.
00:08:19: Deswegen liebe ich diesen Beruf weil der so vielschichtig und vielseitig ist.
00:08:23: Ich habe jetzt zum Beispiel im letzten Winter einen Theaterstück mit einer Popenspielerin gemacht also quasi Figurnteater ganz neue Erfahrungen.
00:08:35: Ich spiele selber mit einer Maske, ich spiele die Männer des Stücks indem ich mir eine Maske aufsetze und dann, also das ist immer nur so ein minütiger Spielshin.
00:08:48: Ansonsten spiele ich die alte Ermgard Coin und die Puppenspieler oder die Puppe spielt die Hauptfigur eines Romans von Ermgard Coins.
00:08:57: Und da begegnen wir uns – und das ist für mich ein ganz tolles, feines und intensives Stück geworden!
00:09:04: Und gleichzeitig kriege ich dann in der Zeit vielleicht auch drei Drehbücher geschickt und lese die, und sagt oh das gerne, dass lieber nicht.
00:09:14: Und dann habe ich vielleicht auch noch was zu schreiben, was sich denn selber zu einem Projekt entwickeln will oder also... Oder ich werde für Unterricht gefragt und jetzt im Moment viel für Lesung.
00:09:28: vielleicht eben aufgrund einer bestimmten Reife oder eines bestimmten Alters wird man plötzlich sehr viel für Lesungen gefragt.
00:09:37: Aber ich mag das gerne, ne?
00:09:38: Es ist nur so auffällig!
00:09:40: Das gibt so Phasen in dem Beruf glaube ich.
00:09:42: und dann gibt es natürlich die eigene Energie wie du dich selber...wie breit du dich selbst aufstellen willst.
00:09:48: Und ich denke es ist vielen möglich.
00:09:50: Also merkt man ja auch, es gibt ja Schauspielende, die schreiben unterrichten sprechen
00:09:58: Ja, total
00:10:00: Genau.
00:10:00: Und es gibt aber auch, weil ich die sagen will, ich will nur Schauspielen und wenn ich was anderes mache dann ist das wirklich etwas anderes.
00:10:05: Dann mach' ich bildende Kunst oder dann...
00:10:08: Oder Sozialarbeit?
00:10:09: Sozialarbeit oder ehrenamtlich.
00:10:12: Und zu dem Unterschied zwischen Film- und Theater oder dieser Fehlfertigkeit wie man sich da aufstellen kann viele Leute, wie auch ich werden dich ja aus Türkisch für Anfänger kennen.
00:10:24: Es war tatsächlich meine erste erwachsenen Serie, die ich gucken durfte.
00:10:29: Meine Eltern haben dann immer im Nachbarzimmer gesessen und gelacht ... Und ich durfte am Anfang nicht mitgucken, weil ich nicht zwölf war.
00:10:34: Wirklich?
00:10:35: Ja!
00:10:36: Und dann durfte ich mitguckern, weil Ich zwölfe und es war so cool.
00:10:41: Das war für mich das Erste-Erlebnis von Popkultur.
00:10:46: Also was jetzt nicht so explizit für Kinder.
00:10:49: irgendwie konzipiert war, fand ich fantastisch und es ist glaube ich auch wirklich die Serie.
00:10:54: Ich habe die so oft geschaut.
00:10:55: So oft!
00:10:56: Und ich merke auch wenn ich natürlich mit Leuten aus in meinem Alter darüber rede dass für so viele Leute extrem extrem präsent und gleichzeitig genau hast du ja extrem viel Theater gespielt Wo wir dich auch erblicken konnten, in letzter Zeit war ein Clio zum Beispiel.
00:11:16: Das war auch sehr schön!
00:11:17: Auch viel gesehen... Wenn du so guckst auf die Rollen, die du im Film spielst und die Rollens, die Du im Theater spieltest oder jetzt auch, wie du sagst okay da kommen jetzt irgendwie Lesungen wegen einem gewissen Alter.
00:11:30: Wie würdest du das beschreiben?
00:11:32: Also genau was für Rollen werden dir da gegeben, wie blickst du oft?
00:11:41: Glück gehabt, sag ich mal.
00:11:42: Weil ich nicht so einem konventionellen Schönheitsideal entspreche.
00:11:49: Ich komme relativ schräg rüber.
00:11:51: Das war ganz schwer für mich das zu kapieren, dass ich eine unfreiwillige Komik habe.
00:11:59: Also das hab' ich sehr früh gespiegelt bekommen und dann hab', ich mich dagegen gewährt und so... Und dann muss ich es annehmen ein bisschen die Chance gehabt, sehr verschiedene Rollen spielen zu dürfen.
00:12:15: Andererseits merke ich natürlich dass die Branche oder wie sagt man der Markt oder voller Schubladendenken ist.
00:12:26: Ich bin jetzt schon ewig dabei und habe das öfter erlebt.
00:12:30: wenn eine Rolle Erfolg hat dann kriegst du dich gleich noch dreimal angeboten.
00:12:37: Einerseits, andererseits klar.
00:12:38: Da haben wir ja auch schon mal kurz drüber geredet.
00:12:43: Gerade beim Film verkörpersst du etwas mit deiner Person?
00:12:46: Bist du quasi schon ... Sobald die Kamera auf dich gerichtet ist gibt's da einen bestimmten Eindruck der Rollenspektrum dann sofort abbildet oder kannst du alles spielen?
00:12:59: Es gibt ja wenige Schauspielerinnen den viel zugetraut wird oder Schauspielende auch bei Männern.
00:13:06: Man sieht ja immer wieder diese Typbesetzung, erzwingt das der Film die Kamera?
00:13:12: Oder ist es quasi unsere Eingeschränktheit?
00:13:17: Unsere Sehgewohnheit?
00:13:18: oder ist es eben auch vom Schauspielen ausgedacht einfach klug sich gleichzeitig als Produkt zu verkaufen?
00:13:26: Ich stehe eben für das und so kann ich mich am besten vermarkten.
00:13:30: Vielleicht ist es auch besonders klug zu sagen, ich will gar nicht alles spielen können.
00:13:34: Wird einem ja auch sehr viel geraten jedes mal wenn man irgendwie so ein Crouching kommt und sagt du musst deinen Typ kennen und dann musst du nur das machen und später kannst du dann machen was du willst.
00:13:42: aber jetzt erstmal...
00:13:43: Ja ist
00:13:44: das so?
00:13:45: Das wird schon sehr forciert und ich glaube aber das hängt natürlich auch mit so einer gewissen Logik.
00:13:53: Das Filmmarkt ist zusammen.
00:13:54: Da sind Caster in, die haben eine begrenzte Zeit und die suchen dann irgendwie sich die Leute raus... ...und wenn die nicht sofort sagen ach das ist ja hier so...
00:14:01: Genau es liegt an der Zeit!
00:14:02: Also das glaube ich auch.
00:14:03: Es liegt an dieser Zeit weil wenn ich jetzt mich versuche einen anderen Character zu verwandeln... ...braue ich wahrscheinlich länger als wenn ich... Ja obwohl ne?
00:14:12: Ich finde die Kate Blanchett hat das doch super vorgemacht in dieser Installation mit dem... Manifesto.
00:14:27: Wo sie zwölf verschiedene Frauenrollen spielt, hatte das zu viel.
00:14:31: Es war so eine Ausstellung... Wie schnell man eben doch den Typ ändern kann und... Das
00:14:39: war aufeinander folgend alles in der Änderung?
00:14:40: Ich glaube
00:14:41: die haben das in zwei Tagen gedreht und dann ist es als Ausstellung um die Welt gereist.
00:14:47: sogar gibt's aber auch Film, also kann man sich das angucken.
00:14:53: Oder ja es gibt ja verschiedene Schauspielende die sich sehr verwandeln können.
00:14:58: Das ist eben immer, ich meine das ist so eine immer während der Diskussion.
00:15:03: Ist es so dass bestimmte Menschen beschenkt sind sich so zu verwandelen?
00:15:08: oder könnte es eigentlich jeder?
00:15:10: Ist es unser Marktgesetz, dass es eben manche nicht machen können wollen?
00:15:15: und es hat sicher ein Zeitphänomen.
00:15:18: Also weil ich das so vom Theater eben weiß, wenn man drei Monate Zeit hat zum Proben und sehr intensiv probt.
00:15:25: Kannst du auch weit in einer... wie sagt man?
00:15:29: Du könntest sogar an eine andere Körperlichkeit kommen.
00:15:33: Es braucht aber Training!
00:15:34: Und klar, Schauspiel ist sowieso ein Trainingsberuf.
00:15:36: Wenn du in eine bestimmte Richtung trainierst kannst du natürlich dich wie in eine andere Bewegungsstruktur einfinden Aber nicht mal eben so.
00:15:46: Du kannst das nicht für eine Voramtsserie schnippen,
00:15:49: jetzt spiele ich... Ein Drehtag!
00:15:52: Ja genau, aber dieser Zeitfaktor wird ja quasi komplett negiert.
00:15:58: Du springst da rein, du springst darin, ein Film zu synchronisieren hast, kriegst du ihn nicht vorher zu sehen sondern es wird erwartet, so bam, kapierst du's?
00:16:06: Also mach' es.
00:16:07: Weinen auf Knopfdruck und... Und
00:16:09: manches braucht eben... bisschen Zeit und auch vor allem Training.
00:16:14: Das wird vielleicht zu sehr negiert oder wird so drüber weggegangen, also ich finde es auch mit diesen E-Casting das ist ja auch wie wir haben keine Zeit.
00:16:24: macht schnell was halt ihr schnelles Handy vor sprich die Sätze und dann sehen wir schon sowas du fähig bist und was nicht.
00:16:33: Ja das ist jedenfalls ein Irrglauben denke ich.
00:16:38: Hast du das Gefühl, dass es im Theater ist ja auch eine wahnsinnige Präkarität unterworfen?
00:16:45: Teilweise, da sind ein bisschen längere Probenzeiten auf jeden Fall eingeplant.
00:16:50: Weil es ja anders nicht geht.
00:16:52: die Leute müssen alles auswendig wissen und so weiter und sofort.
00:16:54: aber Ja, da gibt's ja auch die Gesetze und Logiken die jetzt auch nicht irgendwie von Geld und Zeit unabhängig sind.
00:17:00: Absolut absolut!
00:17:01: Ja klar also wir kommen immer wieder auf diese Marktgesetze weil klar ist auch jetzt eine dreimonatige Probenphase hat meistens mit Selbstausbeutung zu tun.
00:17:14: Und wir gehen ja auch immer mehr dahin.
00:17:15: Ich weiß nicht, ob das eine gute Entwicklung ist oder dass jetzt auch die Filmförderungsgesetze sind dementsprechend geändert.
00:17:21: Das lieber drei große Mammutprojekte gefördert werden als fünfzehn Arthors Filme.
00:17:28: Ich weiss nicht, Ob das eine guter Entwicklung ist aber es werden trotzdem immer wieder Leute in ihrer Kreativität sich selbst ausbeuten, um ein bestimmtes Projekt zu stemmen.
00:17:38: Das ist vielleicht auch gut, dass wir uns diese Nischen nicht nehmen lassen.
00:17:42: Ja ich glaube es führt halt dazu das diejenigen, die an den Dreieinmarmutprojekten arbeiten deutlich besser und wahrscheinlich irgendwie würdiger bezahlt werden und die anderen aber gar nicht.
00:17:51: und dann halt auch...
00:17:53: Genau!
00:17:55: Das ist die Entwicklung.
00:17:57: Ich habe jetzt keine Zahlen, vielleicht ist die Branche auch zu breit aufgestellt, keine Ahnung.
00:18:04: Ich finde eher so in dem Gesellschaftssystem, was wir haben.
00:18:08: Wer ist ja eigentlich gut?
00:18:09: Es gibt viele kleinere Projekte, verschiedene Gruppen können sich äußern und ausprobieren als diese drei großen... Also nicht die Zahlen sind jetzt... ausgedacht.
00:18:20: Aber
00:18:23: das würde ja dann dementsprechend wahrscheinlich auch mehr Raum geben, um vor allem in einem Medium wie Film halt diese Seriotypen nicht so groß zu bedienen sondern halt aus verschiedenen Perspektiven sich in Rollen rein denken zu können und aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte auch denken zu kann und darstellen zu können.
00:18:38: Und als zuschauende Person ich meine ich erwischt mich ja selber immer wieder dabei wie wenn ich einen film gucke versuche den erstmal irgendwo einzuordnen.
00:18:44: Ja
00:18:45: genau.
00:18:45: Erstmal so achso dass spät in der zeit das sind diese Allein Geschlechterräume oder so, was auch immer die hier vertreten sind.
00:18:52: Weil ich etwas verstehen muss, habe ich das Gefühl schon fast um ... also um es halt genießen zu können zu einem gewissen Grad.
00:19:00: Was ich aber persönlich denke im Theater nicht ... die nicht so extrem bei mir vorkommen.
00:19:07: Vielleicht bin ich das nur persönlich?
00:19:09: Ich glaube
00:19:09: auch, dass man im Theater schon als zuschauende Person viel offener guckt und viel mehr bereit ist, die angebotene Imagination mitzugehen.
00:19:18: Also es ist ja auch schon die Verabredung.
00:19:19: Du gehst in diesen großen Raum du akzeptierst da sind Leute auf der Bühne die sind nicht in einem naturalistischen Zusammenhang dar sondern oder die bewegen sich in einer Situation, die vorgestellt ist und du bist eingeladen dir das mitvorzustellen.
00:19:37: Und es ist klar, dass man sich eine Abstraktion begibt?
00:19:41: Genau!
00:19:42: Und trotzdem spielen wir ja auch... Ich finde auch die Entwicklung am Theater toll, dass wir wegkommen von diesem bürgerlichen Schauspiel vierte Wand, sondern dass das immer wieder gebrochen werden kann.
00:19:53: Und trotzdem können wir wie Kinder das ja auch können.
00:19:57: Dass ich sage hier, du nimmst schnell Du spielst jetzt das Pferd und dann spielen wir sofort weiter zwei Pferde, oder was?
00:20:05: Ja.
00:20:05: Und diese kleinen Verabredungen... Das ist ja, glaube ich in den fünftiger, sechster Jahren gar nicht möglich!
00:20:10: In meiner Zeit war es eine Rebellion die vierte Wand zu durchbrechen und ins Publikum zu sprechen.
00:20:16: Jetzt haben wir ganz große performative Anteile auf der Bühne, die das ganze Ding befreien.
00:20:24: Und ... Das ist toll.
00:20:26: Auch multimedial immer mehr und mehr!
00:20:29: Ich find es auch super spannend wie dann teilweise Videoausschnitte oder so was mit eingeblendet werden.
00:20:33: Dass die Medien dann ineinander vermischt werden und man mittlerweile halt einfach vor allem im Bereich Theater schaut, wie können wir teilweise den Weg gehen um diesen Muster zu durchbrechen?
00:20:45: Also das alleine schon als Challenge zu sehen und da draußen neue Geschichte zu erzählen.
00:20:49: Ja genau.
00:20:50: Jetzt
00:20:51: muss man natürlich sagen, Filme sind halt auch einfach extrem.
00:20:53: ... teuer zu machen.
00:20:55: Also Theater auch ist aber irgendwie so ein fester, stadliger Struktur noch an vielen Stellen eingebunden und die Filme sind da natürlich irgendwie.
00:21:03: ja also wieder bei der Marktlogik aber sind da irgendwie einfach mehr gebunden zu sein.
00:21:07: Den Lauf
00:21:07: mit dir heute klargehalten?
00:21:08: Ja ich seh's im Grunde, der Markt Leute!
00:21:12: Also Wirtschaftskommunikat-Zelt...
00:21:16: Naja nee, ich find es interessant.
00:21:18: ne weil man wünscht sich
00:21:18: irgendwie so vieles
00:21:19: und gleichzeitig kommt man dann am Ende mal drauf dass man sagt okay man bräuchte halt mehr Geld
00:21:24: Wer zahlt das?
00:21:25: Wer bezahlt den ganzen Spaß.
00:21:27: Wer guckt
00:21:28: sich das an,
00:21:29: wer
00:21:29: will das kaufen?
00:21:31: Aber da denke ich immer wir unterschätzen das Publikum so massiv mit gerade jetzt beim Theater vielleicht gar nicht so aber beim Film diese endlosen Diskussionen über genau lohnen.
00:21:41: also klar ich verstehe dass natürlich film ist teuer.
00:21:44: man muss sich vorher fragen lohnt sich das diesen film zu machen wird?
00:21:47: der kommt ja irgendwie was rein sage ich jetzt mal so pauschal als kreative, oft eine merkwürdige Vorstellung von dem leicht dummen Zuschauenden.
00:22:02: Der leicht dumme Zuschauer, den man irgendwo abholen muss anstatt das Publikum mehr herauszufordern.
00:22:10: Es ist finde ich oft schade im deutschen Film... gießen wir da manchmal wie so eine Wohlfühlsauce drüber, damit der vermeintliche Zuschauer das auch versteht.
00:22:24: finde ich viel zu wenig.
00:22:25: Überraschung, Herausforderungen.
00:22:28: Vertrauen auch so ein bisschen ... Ich find das ist eine super Überleitung zu dem Film, den wir uns zusammen ausgesucht haben oder den du dir ausgesuchst hast und zwar ist es der Film Blind Gänger von Kerstin Polte erstmals erschienen bei ... Also hatte die Premiere beim Filmfest Hamburg im Jahr-Zw.
00:22:45: und Kinostart dann im Mai-Zweißen-Fünfundzwanzig.
00:22:49: Kerstinn Polte ist sowieso sehr bekannt dafür, eine Regisseurin zu sein die nicht diesem traditionellen Schubladendenken entspricht, sehr viele Flinterstoffe auch entwickelt.
00:22:59: Zum Beispiel hat sie bei der Serie Becoming Charlie mehrere Folgen inszeniert in der sich vor allem für ihre progressive Art und Weise irgendwie was ein Charakter angeht und wie man diesen Charakter inszenieren würde, wurde sie ganz viel gelobt.
00:23:16: Und dasselbe sehe ich tatsächlich auch beim Blindgänger.
00:23:20: Denn in dem Film Blindgänger geht es vor allem in erster Linie darum, dass eine zweite Weltkriegsbombe gefunden wird die entschärft werden muss und durch... diese mehr oder weniger simple Situation, eine Situation die verschiedene Menschen in verschiedenen Abschnitten ihres Lebens verbindet.
00:23:40: Kommt dieser Film zu Standard also man hat verschiedene Charaktere die dann miteinander interagieren und aufeinander treffen.
00:23:47: aber was ich dabei so extrem spannend finde ist dass Kerstin heute nicht Das klassische Denken anspricht.
00:23:55: Wir hatten öfter in dem Film Situationen, in denen man einen männlichen Charakter jetzt nicht unbedingt als eine männliche Person darstellt oder dass man dem Zuschauer nicht erklären muss okay das ist ein Mann und das ist eine Frau dass es die Realität in der diese Person steckt, sondern das ist jetzt einfach mal so.
00:24:14: Das ist vielleicht die sexuelle Orientierung, das ist sie aber auch nicht.
00:24:18: Es ist gerade ganz egal, weil das ist nicht der Fokus dieser Geschichte von dieser Person.
00:24:23: Es gibt eine Person, die ganz offensichtlich eine Transgender-Person ist und diese Person hat aber eine ganz andere Geschichte.
00:24:30: Der Fakt, dass die Person transgender ist wird kein einziges Mal angesprochen.
00:24:33: Es wird kein einziges Mal als der Konflikt in der Geschichte... Ja,
00:24:37: das sieht wahnsinnig toll an!
00:24:39: Ja
00:24:39: voll, genau.
00:24:41: Aber
00:24:41: dass das so erwähnenswert ist, ist ja eigentlich auch schon eine Tragik.
00:24:45: Total!
00:24:46: Weil wir sonst diesen Perspektivwechsel eben immer wieder benennen, wenn sich wer auch immer traut einen Perspektivewechsel im Film vorzunehmen dann ist das das Thema des Films und Cassie macht es so leichtfüßig.
00:25:01: Ja, ich finde es richtig beispielhaft dass sie Menschen in ihren originellen oder eigenen Lebenswelten aufeinandertreffen lässt.
00:25:11: Die aber nicht diese Welt als Thema haben sondern ihr Bedürfnis nach Nähe oder nach einander helfen oder die Sehnsucht irgendwo dazuzugehören und unter dieser intelligenten Setzung.
00:25:26: das ist eine extreme Situation die von außen kommt.
00:25:37: Sie steigen aus ihrem Alltag aus, bringen aber ihren Alltag mit und begegnen sich in einer extreme Situation.
00:25:43: Die noch einen besonderen Move bei jedem freisetzt.
00:25:48: Das ist auf verschiedenen Ebenen ein multi-perspektivischer Film.
00:25:55: Das denke ich eben oft, dass das in diesen ganzen spiralenförmigen Marktgetöse, indem wir uns befinden.
00:26:02: Es sind diese kleinen Begegnungen die Kerstin erzählt – es hat was rebellisches!
00:26:10: tagsüber mit Leuten anzulächeln, die nicht zur eigenen Bubble gehören.
00:26:16: So was erzählt sie ja auch noch dazu.
00:26:18: Total!
00:26:19: Und dabei aber es schafft glaube ich irgendwie zu einer gewissen Art und Weise natürlich die Realität des Films und der Situation in denen sich die Menschen begegnen trotzdem nichts zu verfremden.
00:26:29: also dass sie dementsprechend weiterhin sehr... Großen Realitätsbezug hat.
00:26:34: es so, und so würde man sich wahrscheinlich in dieser Situation führen.
00:26:38: Das ist was passiert aber gleichzeitig spielt sie nicht aus Stereotypen an.
00:26:41: Überhaupt nicht!
00:26:43: Muss du jetzt reagieren weil das dein Hintergrund ist?
00:26:47: Genau das ist natürlich auch ganz oft der Fehler glaube ich sowieso beim Filme machen.
00:26:52: Da geht's wieder um die Unterschätzung der Zuschauenden dass es zu didaktisch ist.
00:26:57: Dass du irgendwie versuchst zu erklären anstatt es floaten zu lassen, wie sie das irgendwie wirklich meisterhaft macht.
00:27:04: Und trotzdem ist es ja ein Unterhaltungsfilm.
00:27:06: Es ist jetzt nicht... Wie sagt man?
00:27:10: Ein exzentrischer Experimentalfilm über verschiedene Lebensrealitäten.
00:27:16: Das ist ein Unterhaltungsfilm.
00:27:18: also Sie verfolgt ja trotzdem die Gesetze von Leichtigkeit und Komik.
00:27:24: Kannst du schon
00:27:26: Kino könnte man sagen?
00:27:28: voll.
00:27:29: Nie absolut, aber da muss ich mir auch ein bisschen selber in die eigene Nase fassen als ich den Film zum ersten Mal geguckt habe weil ich auch so... Ich hab versucht irgendwie so Muster zu erkennen.
00:27:39: wo kann ich ihn jetzt einordnen?
00:27:40: und das hab' ich vorhin noch schon erwähnt als wir kurz vor der Aufnahme gesprochen haben dass sich direkt erst dann guckt okay im welchen Zeitalter spielt der Film?
00:27:46: also ich brauche irgendwas woran ich mich orientieren kann und erst im Laufe der Handlung ist mir aufgefallen ok krass vielleicht muss es auch gar nicht irgendwo rein passen.
00:27:58: Ich hab die Bezüge, die ich dazu brauche.
00:27:59: Zeit der Weltkriegsbombe, alles klar und das muss jetzt passieren.
00:28:02: Der Film spielt in Hamburg, ich weiß Bescheid, das sind die Charaktere.
00:28:05: aber was hier gerade im Fokus ist nicht... Diese klassische Geschichte mit so und so musst du es jetzt ablaufen, sondern im Fokus.
00:28:11: Und halt genau diese Situationen die du angesprochen hast.
00:28:14: was passiert wenn du in einer Situation steckst in der du schnell handeln musst?
00:28:19: In der du ne Bombe also wortwertig eine Bombe entschärfst.
00:28:22: Also in der Du halt einfach an deine Grenzen kommst und das ist dann teilweise nicht dass plakative.
00:28:28: ok ich mach mir jetzt Gedanken um meine Sexualität weil das ist ja das große Problem das jetzt irgendwie nen Film oder generell in Medien besprochen werden muss sondern es ist so hey was sind so Ängste, die ich in mir selber trage.
00:28:39: Die dann halt zum Vorschein kommen?
00:28:40: Weil das was einen wirklich beschäftigt ... Das ist so schwer irgendwie, glaub ich, in einem Film darzustellen und ich finde, das hat Kerstin richtig gut gemacht im Film.
00:28:51: Dass genau diese grundlegenden Fragen, die sich eine Person stellt oder Ängst, die eine Person hat eher zum Vorschlag bringt als alles andere, was man sonst plakativ in dem Film sieht.
00:29:02: Ja, genau.
00:29:02: Und die sind ja in dem Moment, sind die Nachbarn, die in einer bestimmten Situation Wir sind ja immer viele.
00:29:08: Ich bin auch Mutter, Tochter und klar das Einschränkende oder auch das Kränkende ist ja oft wenn du so auf allen Attribut beschränkt wirst in deinem Leben.
00:29:21: Wenn man mich jetzt die ganze Zeit nur als Deutsche anspricht... Das kränkt mich!
00:29:28: Das schafft sie ja auch noch.
00:29:29: Die sind alle erst mal Nachbarn, die sich in einer Extrem-Situation befinden und sich gegenseitig helfen.
00:29:35: Jeder hat trotzdem seine eigene Geschichte.
00:29:37: Dann gibt es Begegnungen, die so feinsinnig und zart aber auch logisch aus der Situation sind ... dass diese Lebendigkeit des Films ausmacht.
00:29:49: Sie sind total nahvollziehbar.
00:29:51: Es ist nicht... Es ist nicht exemplarisch in dem Sinne, dass wir denken ah nein, jetzt beschäftigt sich die Deutsche mit dem Nicht-Deutschen.
00:30:03: Das ist auch so eine merkwürdige Verschiebung glaube ich, die wir in unseren gesellschaftlichen Diskussionen oft haben das es nicht um was Konkretes geht sondern um ideologisch ist.
00:30:16: Dadurch gibt es ja auch wie so eine Kommunikationsstörung.
00:30:19: oder dass man sich jetzt nur in Überschriften unterhält und das unterläuft sie ebenso auch so kongenial, ne?
00:30:24: Dass wir nicht... Das nicht unser Überschaften denken aufeinander prallt sondern sagt, das gibt es gar nicht!
00:30:31: Diese Art Begegnung gibt es garnicht.
00:30:34: Die
00:30:35: sind feiner und verbindender.
00:30:38: Was ich auszuspannen fand, war ... Ich hab dazu auch tatsächlich einen Zitat gefunden von Bernhard Schütz.
00:30:45: Er spielt Otto Bismarck.
00:30:47: Das ist der Chef von Lahne, der Hauptdarstellerin auch.
00:30:52: Da gibt es zum Ende hin im Film
00:30:54: ohne
00:30:55: zu spoilern.
00:30:55: jetzt alles gut?
00:30:56: Gibt das eine Szene in der total verloren ist und dann nicht weiß was mit sich zu machen ist?
00:31:03: Dann lernt er eine andere ganz offensichtlich heterosexuelle Person kennen, ein Mann.
00:31:08: der aber sozusagen gerne sich selber verliert, indem er halt in den Dragclub geht.
00:31:13: Und da haben sie eine Begegnung miteinander in diesen Dragclub und da haben Sie ein kleines Gespräch miteinander, in der so ne Zärtlichkeit zwischen zwei heterosexuellen männlichen Charaktern dargestellt wird die ich bisher, glaube ich im Fernsehen oder im Film noch nicht gesehen habe.
00:31:32: Wo es nicht direkt so eins ist okay und dann sind das ja homosexuelle Menschen?
00:31:36: Oder da steckt irgendwas
00:31:38: anders hin?
00:31:38: Sondern voll!
00:31:40: Es kann auch das geben, es kann auch Zärtlichkeit geben... ...es kann auch Männer geben, die sich gerne in Drag verkleiden oder was auch immer um mal dieser Realität zu
00:31:47: üben.
00:31:48: Und sich ganz zärtlich begegnen.
00:31:49: Sie können sich auch ohne die Verkleidung ganz zertlich begeben.
00:31:54: Das macht der Film auf.
00:31:57: Total.
00:31:58: Und das Zitale, was ich dazu gefunden habe ist wie Bern hat gesagt hat... Ich zitiere Wie Kerstin mich gesehen hat, hat mich noch nie jemand gesehen und das finde irgendwie total darstellend auch dafür, dass ... Obwohl man als schauspielende Person wahrscheinlich in diesen Charakter reinkommt.
00:32:17: Auch sehr häufig ... Correct me if I'm wrong!
00:32:19: Ich bin keine Schauspielerin und ich bin Produzentin.
00:32:21: Aber sehr häufig halt auch dadurch irgendwie so Möglichkeiten bekommt, Seiten von sich selber zu entdecken in den Charakterien, in die man rein geht, in denen man sich gar nicht vielleicht hätte getraut.
00:32:31: Ja absolut
00:32:32: natürlich.
00:32:33: Das kommen ja wieder zum Anfang unseres Gesprächs zurück ne?
00:32:36: Also neben der Zeit ist das eventuell noch extra braucht, gibt es natürlich den Blick von außen.
00:32:40: Den ist extra braucht weil du bist ja als schauspielender Person nicht... Du entwickelst viel aus dir selber aber du brauchst natürlich den blick voraus oder das gegenüber dass das überhaupt wahrnimmt und möglich macht dir den Raum gibt die eine andere als die klischierte, also dir zugehörige Figur zu spielen.
00:33:01: Vor
00:33:01: allem.
00:33:02: Und es habe ich dich jetzt versichert...
00:33:04: Also noch mal ganz kurz zu meiner Hippie-Mutterrolle, die ich wahnsinnig gern gespielt hab.
00:33:09: Aber das ist nur ein... Die habe ich so gerne gespielt und mich so gerne damit identifiziert.
00:33:16: aber das war eine Reise.
00:33:17: Das ist nicht alles... ... was ich drauf hab.
00:33:22: Voll!
00:33:22: Oder war es ein Abschnitt in deinem Leben?
00:33:23: Oder meinst du auch, das war eine Reise alleine im Projekt?
00:33:26: Weil das war ja schon...
00:33:27: Ja alles,
00:33:28: ne?!
00:33:28: Es waren Reise mit diesem Ensemble, es waren Reisen in diese Figur,... ...in die Lebenswelt
00:33:33: der
00:33:33: Doris.
00:33:33: Bist du eine hippie
00:33:34: Mutter?
00:33:36: Nee, bin ich eben gar nicht.
00:33:37: Wenn
00:33:37: dich natürlich aufgefragt wird,
00:33:39: bist du so... Da muss man jetzt meinen Sohn fragen, ob ich seine Mutter bin aber... Ich glaube, ich bin ziemlich anders als Mutter.
00:33:50: Das macht ja auch das Schauspiel aus.
00:33:53: Klar, man kommt immer wieder an diese Grenze die jetzt viel diskutiert wird.
00:33:57: Es gibt bestimmte Lebenswelten, die du nicht verkörpern kannst weil du dem ganz fern bist.
00:34:02: Ich habe zum Beispiel im Theater sehr gerne Molly Sweeney gespielt.
00:34:05: da geht es um eine blinde Frau, die eine OP bekommt und dann sehen lernt sofort wieder blind sein möchte.
00:34:13: Ah, krass!
00:34:13: Dürfte ich das heute noch spielen?
00:34:15: Wie müsste ich mich vorbereiten?
00:34:17: Also es gibt ja... Es ist eine Diskussion die Fähigkeiten von Schauspielenden gegenüber einem echten dem Empfinden einer Personen in diesen Bedingungen.
00:34:28: Also wie weit darf ich etwas mir ganz Fremdes verkörpern?
00:34:33: Ich finde, das ist aber ein Diskurs den sich jede kreativ schaffende Person irgendwie erstellen muss.
00:34:38: also egal in welchem Medium du glaube ich halt kreiert und für mich als Produzentin ist es auch einfach immer eine super wichtige Frage.
00:34:47: also so Wie stelle ich etwas da was mir schon gegeben.
00:34:52: Also was für einen Blick habe ich als eine Person, die etwas darstellt plus was kommt dann bei den Zuschauenden an?
00:35:01: Das ist immer so ein Diskurs der glaub ich heutzutage einfach absolut mit dazugehört und er nicht weggedacht werden kann.
00:35:08: man braucht diese Fragen glaube ich um halt auch Weil im Endeffekt, was so toll ist an solchen Geschichten ... ... ist ja dass es mit einer gewissen Wahrheit verbunden ist.
00:35:19: Und das ist auch das, was einen dann bewegt.
00:35:21: und zum Mitreist... ... diese Fragen muss man sich stellen um den Respekt der Geschichte gegenüber
00:35:28: zu werden.
00:35:29: Ja und den Resekt vor dem Charakter.
00:35:33: Aber da finde ich, ist es wieder die Art der Beschäftigung.
00:35:37: Ich kann nicht mit null Vorbereitung eine ... körperlich originelle, sagt man jetzt Personenspielen.
00:35:43: Aber wenn ich mich damit als Schauspielende beschäftige und treffe das Erforsche, das finde ich gehört zu meinem Beruf, dann kann ich das sehr wohl verkörpern.
00:35:52: Kommt auf die würdige Beschäftigung damit an.
00:35:56: Aber wer bestimmt das?
00:35:57: wann ist es so?
00:35:58: Ich kann jetzt noch mal zu einer blinden Person nicht einfach die Augen verdrehen und sagen, hier spielt Blinden.
00:36:05: Das ist unwürdig den Beruf gegenüber und der dargestellten Person.
00:36:11: Also ich mache das nur als Beispiel.
00:36:13: Und die Grenzen sind schwimmend!
00:36:16: Wie gehst du daran?
00:36:17: Also persönlich hast du dann einen Prozess oder gibt es so ein Moment wo du immer so bist?
00:36:24: so nee okay... Geht gar nicht, oder das geht für mich?
00:36:27: Hast du da ein Schema?
00:36:29: Oder glaub ich nicht.
00:36:30: Das ist so eine Mischung.
00:36:33: Wenn ich das Buch lese und schon mehr... Es gibt ja auch... Weißt du wahrscheinlich Auto, du liest etwas und denkst der Autor die Autoren hatten selber gar keinen Zugang.
00:36:46: Die Figur lebt schon im Buch nicht Und dann ist es wahnsinnig schwer daraus was zu machen.
00:36:53: Ja, es gibt ja in diesem ganzen Bereich Schauspieltheater und auch Schauspielen.
00:36:59: vor der Kamera gibt es auch so viele Unaussprechlichkeiten für die wir trotz aller Schauspieltheorie eben gar keine Sprache haben.
00:37:07: So was zum Beispiel kannst du eine Figur, die von der schreibenden Person nicht durchdrungen ist, kannst du die trotzdem gut spielen oder kannst du nicht gegen die Vorlage?
00:37:23: Ich hab das Gefühl, dass dieser Diskurs, den wir gerade angesprochen haben, so die Frage wäre.
00:37:27: Wäre da was spielen?
00:37:28: Und muss man nicht viel mehr Menschen auch besetzen, die die Erfahrung wirklich gemacht haben.
00:37:33: Im Idealfall oder in meiner Wunschverstellung hat der Diskurs ja auf jeden Fall dazu gefühlt, dass die Leute vielleicht einen größeren Respekt vor den Rollen haben.
00:37:42: Dass sie eben nichts sagen, ich spiele jetzt einen Homosexuellen und dann eben im eigenen Schubladen denken, der redet immer ganz lustig Sondern dass vielleicht hoffentlich, wie gesagt meine Mundverstellung irgendwie dieser Diskurs an die Leute gekommen ist.
00:37:58: Dass sie merken ah nee da sind wahrscheinlich noch ein paar mehr Facetten Vielleicht wenn die Situation jetzt nicht gegeben ist Die homosexuelle Rolle tatsächlich mit einer homosexyllen Darstelle zu besetzen Das ich dann zumindest als Schauspieler eben irgendwie mir würde ich die Mühe mache irgendwie alle Facetten dieser Rolle zu erkennen.
00:38:17: und da Oder so habe ich auf jeden Fall diesen Diskurs immer aufgepasst, dass ja die Kritik ursprünglich war.
00:38:23: Ja die Leute, die uns dann spielen, die keine Ahnung haben von unserer Erfahrung oder auch die Leute die uns schreiben... Die Männer, die Frauenrollen schreiben!
00:38:31: Die machen das halt nicht gut.
00:38:32: Das ist ja keine ideologische Überlegung, sondern es ist einfach auch eine Unwahrheit die dann da irgendwie transportiert wird zum Beispiel über Frauen oder über Queers oder über Menschen mit Behinderungen und wie auch immer.
00:38:43: Und eigentlich wenn du sagst Ja!
00:38:45: Du machst dir Gedanken darüber Darfst du das spielen?
00:38:48: Wie kannst du das Spielen so?
00:38:50: Da sind wir schon genau an dem richtigen Punkt.
00:38:51: Also dass ich diese Gedanken gemacht werden und dass sich irgendwie gefragt wird, wie kann ich das würdig greifen?
00:38:58: Und komplexer gestalten.
00:39:00: Das ist ja auch nicht eine Erfahrung deines Sexualitäts.
00:39:05: Komming back zu Blindgänger ist eben nicht alles so ne?
00:39:10: Denkst du dir eigentlich auch wenn du Charaktere hast also so unabhängig von dem ... was dir sozusagen gegeben ist vom Drehbuch auch so Background-Stories aus, die dann teilweise halt einfach nur für deine eigene Welt irgendwie so da sind?
00:39:21: Ja
00:39:21: das mache ich immer noch oder immer noch.
00:39:24: Ich weiß gar nicht... Das hier lange nicht besprochen, vor allem mit jüngeren.
00:39:31: Weil das habe ich so gelernt, dass mache ich!
00:39:33: Ich mach' es auch für eine zwei Tagesrolle, schraube ich mir... eine Backstory oder einen Lebenslauf.
00:39:39: Ich glaube, das macht man nicht mehr?
00:39:41: Oder ich habe gar keine Ahnung...
00:39:44: Gibt es unterschiedliche Ansätze zu aber es ist auf jeden Fall weiterhin ein Schauspielansatz.
00:39:49: Doch wird schon viel gemacht.
00:39:50: Sagst du auch!
00:39:50: Ja
00:39:51: also ich habe gesagt, ich hab ewig nicht darüber
00:39:52: gesprungen.
00:39:52: Kann ich da niemanden
00:39:53: springen das zu machen oder nichts zu machen?
00:39:55: Das ist ja auch so mein Geheimnis.
00:39:58: Das möchte ich auch gar nicht mit Leuten drüber sprechen.
00:40:00: Es ist so was ich für mich brauche.
00:40:03: Nee, aber das ist ja auch sehr spannend dadurch.
00:40:07: Dadurch wirst du dem dann auch würdig teilweise.
00:40:09: Was
00:40:10: auch wichtig ist, finde ich, ist trotzdem noch sozialer Gestos und auch Beruf.
00:40:16: Dass du wenn ich eine Figur angeboten bekomme, ein Charakter angeboten bekomme... Wenn es denn Teil des Films ist, mich mit bestimmten Bewegungen in deren Beruf auseinandersetzen.
00:40:31: Weil das nicht selber beim Gucken manchmal denkst du.
00:40:34: So gerade mal kurz die Bewegung angedeutet, aber müsste das ganz routinemäßig laufen?
00:40:40: Das finde
00:40:42: ich spannend, dass du das ansprichst!
00:40:43: Es ist leider noch einmal so ein kleiner Schwalfer zurück am Anfang des Gesprächs, aber ich habe auch gelesen, Sie hatte es in Südfrankreich studiert oder gelernt.
00:40:54: Das ist jetzt
00:40:55: übertrieben, ich habe da einen Sommerworkshop
00:40:57: gemacht.
00:40:57: Du hast da ein Sommerworkstopp gemacht!
00:40:59: Aber auf jeden Fall habe ich auch gelesen dass sie sehr viel mit körperlicher Arbeit und Bewegungen und so arbeiten und mit Stimme.
00:41:05: Und du hattest gerade angesprochen das du für Filmrollen oder Fernsehrollen viel mit Beweglichkeit und Körper arbeitest.
00:41:13: Also das ist auf jeden fall eine Überschneidung die ich da jetzt raus hören kann zwischen Theater- und Filmarbeit In der Art und Weise wie du da so rollen angehst, mit Bewegung und Körperlichkeit zu arbeiten?
00:41:23: Ja.
00:41:23: Obwohl das ja... also klar, was gehört zum Schauspiel?
00:41:27: Natürlich dass auch den Körper wach und fit und transparent hältst, dass alles mögliche durchgehen kann.
00:41:35: Das ist sicher auf der Bühne etwas anderes.
00:41:37: Filmen meint ich jetzt eher nur den Aspekt Beruf.
00:41:42: Wenn ich jemanden spiele ... ... professionell anderen Menschen die Jahre schneidet.
00:41:50: Dass man das sofort sieht, ob ich jetzt gerade gestern Nachmittag erst... ... gestern nachmittags mal so eine Schere in die Hand genommen habe oder ob ich mir das ein bisschen antrainiert hab damit es einfach beiläufig erscheint wie es... Also da finde ich muss jetzt im Film die Imagination schon stimmen.
00:42:08: Auf der Bühne kannst du's ja auch überhöhlen und verfremden und dann hat es trotzdem hat das noch mal einen anderen Aspekt.
00:42:17: Auf der Bühne kann man viel spielerischer damit umgehen, eventuell auch dass es nicht kann oder die Schere ist vielleicht zwei Meter groß.
00:42:27: Das kann ja alles ein Aspekt sein, um den Beruf zu erzählen.
00:42:31: im Film haben wir ja den Anspruch in der Geschichte drin zu sein.
00:42:39: Da finde ich jetzt bei den Schauspielenden, muss es so sein dass sich auch diese Imagination gebe.
00:42:46: Ich bin das in dem Moment.
00:42:49: Coming back to Blind Ganger weil ich auch finde das halt genau was wir gerade besprochen haben auch stark in dem Film irgendwie zu sehen ist.
00:42:59: und deswegen wollte ich dich einfach nochmal fragen warum hast du den Film ausgesucht?
00:43:05: Was hat dich daran
00:43:06: gereizt?
00:43:07: Ich habe diesen Film ausgesucht, weil er eben multi-perspektivisch erzählt.
00:43:13: Weil er ganz liebevoll erzählt über menschliche Begegnungen und das ist ja finde ich so ein bisschen auch die Basis überhaupt unserer Berufe dass wir glauben, was einen wirklich am meisten aufregt oder anregt ist die Begehnung zwischen zwei Menschen.
00:43:33: sonst würden mir diese Geschichten nicht erzählen.
00:43:35: Und ich finde, Kassim Polter erzählt es so berührend und so runtergebrochen.
00:43:40: Und gleichzeitig erzählt sie episodisch also geht komplett weg von dieser gewohnten Heldengeschichte.
00:43:47: Beispiel Cinderella, meine Filmprägung ist diese Heldengeschicht Es gibt immer einen Held eine Helden und dann ein Antagonisten oder eine Antagonistin und das macht ne Filmreise aus Und das verweigert sie uns ja, also durch dieses episodische Erzählen.
00:44:05: Dann fand ich es natürlich auch jetzt historisch eingebunden unglaublich spannend dass wahnsinnig viele nicht gezündete Bomben unter unseren Straßen liegen.
00:44:15: und da habe ich sie eben bei der Premiere habe ich ihr zuhören können.
00:44:20: Bei einer ihrer Premieren, wo sie erzählt hat es gibt ganz wenig Teams so Entschärfungsteams damit die haben sich ja auch quasi mit dieser äußeren Situation sehr auseinander gesetzt und Anne Rattapolle ja auch wahnsinnig toll und intensiv spielt hat sich genau mit diesem Beruf auseinandersetzen.
00:44:38: also dafür nicht sieht man zum Beispiel das was wir gerade besprochen haben Die hat sich da richtig gekümmert wahrscheinlich sogar mitgegangen und hat sich deren Energie übernommen, die tatsächlich Beruf ausübenden während ihrer Tätigkeit haben.
00:44:55: Das hat mich auch noch dazu bei dem Film beeindruckt dass das so realistisch dargestellt ist was da außen getan werden muss um die Bombe zu entschärfen woran die eine Figur scheitert Und die andere, das dann trotz Mutter durchzieht.
00:45:12: Ja.
00:45:13: Während dieser Premier-Castee ihm erzählt, dass die Teams, die das machen müssen in unserer realen Jetztwelt, dass es immer weniger Leute machen können und wollen, weil's ja auch mega gefährlich ist.
00:45:26: Dieser Schutzwall den sie da aufbauen, was wir im Film sehen, ist denen letztlich gar nicht helfen würde.
00:45:33: In diesem Bewusstsein ... üben die ihren Beruf aus und verabschieden sich, glaube ich.
00:45:38: Jedes Mal sehr liebevoll von ihrer Familie.
00:45:41: Ja, absolut!
00:45:42: Also das war noch dazu auch ein spannender Aspekt der ja gesellschaftlich total ausgeblendet ist.
00:45:47: Ich wusste das nicht... Nee ich
00:45:48: auch nicht um ehrlich zu sein.
00:45:50: Also ich meine ich wusste dass es die gibt.
00:45:52: aber wie das jetzt so... Das ist dann immer irgendwie so durchsagt.
00:45:54: Ah ja jetzt ist das
00:45:55: Schienennetz irgendwie gesperrt und irgendeine Bombe entschärft alle so.
00:45:57: ah ja kann man schon...
00:45:58: Ja dann denkst du wird's schon gut gehen oder ne?
00:46:00: Aber wir haben das so in unseren Alltag fast integriert, ne?
00:46:03: Dass das immer mal wieder passiert.
00:46:06: Bildgänger entdeckt wird und dann müssen die Leute halt kurz mal aus ihren Häusern.
00:46:10: Ja, wir müssten glaube ich langsam ein bisschen zum Ende kommen?
00:46:13: Das
00:46:13: ist voll okay!
00:46:15: Ich habe auf jeden Fall noch was filmtechnisch zu sagen.
00:46:18: Und zwar zeigen wir den Film ja auch.
00:46:21: Wir zeigen den Filmen am vierundzwanzigsten Juni im Filmtheater am Friedrichshein da würde Anna auch mit dabei sein.
00:46:29: diese Facetten, die wir gerade besprochen haben mehr über Blindgänger generell erfahren möchte und auch über die Art und Weise wie so ein... Kischee und Schubladen brechen der Film gemacht, kann sehr gerne zur Vorstellung kommen.
00:46:44: Wir würden uns freuen!
00:46:45: Und das lohnt sich, weil wir haben nur angedeutet was in dem Film als
00:46:48: Ja.
00:46:49: Das ist ein sehr schönes Kino, dass ich es sehr gerne mag.
00:46:53: Im Osten aus Berlin?
00:46:55: Ich bin nämlich stolz auf die Ost-Berlinerin dieser Stelle.
00:46:59: Die Heimat verteidigt
00:47:00: so.
00:47:02: Genau, da freuen wir uns ja drauf.
00:47:04: Karten gibt's glaube ich schon?
00:47:05: Hol sie euch!
00:47:06: Ja, ich glaub auch.
00:47:06: Genau und dann würde ich
00:47:08: dich abmoderieren
00:47:10: mit zwei kleinen Abmoderationsfragen.
00:47:13: Abgesehen jetzt so ein Blindgänger, mit dem du dich wahrscheinlich relativ viel auseinandergesetzt hast in letzter Zeit.
00:47:18: was hat dich zuletzt... Inspiriert, kann eine ganz kleine Sache sein.
00:47:22: Kann auch ein Kochrezept sein!
00:47:24: Genau also jetzt gar nicht filmen.
00:47:25: mein Zoo?
00:47:25: Ne
00:47:26: genau wo hast du zum letzt gedacht?
00:47:27: ah inspirieren cool das zindet mich irgendwie so ein bisschen an.
00:47:30: Richtig inspiriert hat mich jetzt das Theater.
00:47:33: treffen habe ich Wallenstein gesehen mit vier derartig starken Kollegen.
00:47:38: Das hat mich sehr inspiriert die Spielweise meiner Kolleginnen in der Inszenierung von den Münchener Kammerspielen.
00:47:45: dann inspiriert mich eigentlich immer wieder bildende Kunst.
00:47:48: Jetzt wollte ich nämlich in diese Ausstellung im Hamburger Bahnhof, da hat mich aber jetzt sogar mehr die Erzählung darüber inspiriert, dass mir eine Freundin erzählt hat wie toll das da ist mit diesen Bauklötzern, dass sich Leute darauf stürzen und in der Ausstellung von, hab den Namen gerade nicht der Künstlerin, die so verschiedene Holzelemente auslegt.
00:48:13: Verlieren Sie sich da im Bauen?
00:48:15: Ja, vielleicht für die Leute, die noch nicht da waren.
00:48:17: Hamburg-Abanhof hat so eine ganz große Ausstellungshalle und da sind anscheinend Massenhoff-Bauklatschen aktuell.
00:48:23: Genau,
00:48:23: dir fällt aber auch der Name der Künstlerin
00:48:24: ein!
00:48:25: Ich weiß es leider auch nicht.
00:48:26: Guckt nach!
00:48:26: Hamburg-Bahnhof!
00:48:27: Genau,
00:48:27: ich habe schon die Erzählung darüber inspiriert.
00:48:31: Das ist glaube ich sehr cool.
00:48:33: Wollte ich auch noch hingehen... Und dann vielleicht noch eine... genau Nachrichten an alle anderen Schauspielenden oder die, die welche werden wollen.
00:48:43: Da haben wir immer so als Abmoderationsfrage was hättest du gern gewusst?
00:48:46: Als du in den Beruf eingestiegen wirst?
00:48:49: Jetzt warst du der kleinen Anaheil mitgeben möchtest.
00:48:53: Dinge ändern sich Hätte ich gerne gewusst.
00:48:59: Es kann sich sogar eine Struktur ändern.
00:49:00: das hätte ich gern gewusst.
00:49:02: Ich muss mich nicht zu einer Struktur verhalten Die sich eventuell auch ändern lässt.
00:49:08: Das ist wirklich das, was ich von dieser Mitu-Debatte mitgenommen habe.
00:49:13: Ich hab mich nie als weibliches Opfer gesehen, sondern auch immer auf Augenhöhe agierende und finde ... Aber trotzdem immer die Struktur mitgedacht!
00:49:28: Das ist mir jetzt erst in meinen letzten Jahren aufgefallen.
00:49:34: Mechanismen haben wir nicht weit genug als veränderbar gedacht.
00:49:39: Und das gilt ja für die Struktur des Theaters, Rollenfindungen... Es ist ein weiterer Kopf, ein bisschen mehr über die Grenze rausdenken statt... Also was ich an mir jetzt im Nachhinein kritisiere ... dass ich zu sehr versucht habe, meine Freiheit in der vorgegebenen Struktur zu finden anstatt zu sagen, wieso muss das denn da schon Schluss sein?
00:50:11: Muss es so sein, dass Frauen ab vierzig keinen Job mehr finden.
00:50:17: Das hab' ich mir ja sagen lassen und dann gedacht, ah ja stimmt!
00:50:20: Ich bin bis vierzig, kann nicht schau spielen auf der Bühne.
00:50:22: Dann gibt's keine Rollen mehr weil die deutsche Literatur das einfach geschreibt.
00:50:27: Also Schillergüte, Lassigat haben gar keinen... Ja, klar!
00:50:30: So total banal war es, ne?
00:50:33: Das ist für mich so.
00:50:35: im Nachhinein denke ich so was warum habe ich denn nicht gefragt?
00:50:39: eh wieso stehen die da nicht drin?
00:50:40: ja sondern ahja?
00:50:42: also gut wie muss ich das jetzt machen?
00:50:44: bis vierzig wahnsinnig viel spielen und dann tauch ich kaum nicht mehr vor verstehe Nicht vor den Zuständen kapitulieren.
00:50:55: Ja, genau so!
00:50:56: Lass euch nicht unterringen Leute.
00:51:00: Schön, das ist eine Nachricht über uns alle.
00:51:03: zu Herzen nehmen sollten gerade in Zeiten wo man irgendwie auch das Gefühl hat die Zustände und man weiß nicht so ganz wo sie hingehen.
00:51:09: es ist glaube ich gut zu...
00:51:10: Nicht aufhören eigenständig zu denken
00:51:15: Ja.
00:51:15: Danke dir, dass du da warst!
00:51:18: Das war sehr schön und wir freuen uns auf das Screening mit dir.
00:51:22: Und an die Menschen, die uns hier schön zugehört haben wenn euch dieser Podcast gefallen hat dann bewertet denen doch gerne und folgt uns gerne weil wir sind ja ein ganz kleines Podcast Projekt und wir können jede Bewertung gut gebrauchen.
00:51:35: und kommt zu unseren Screenings und hört euch den nächsten Folgen an.
00:51:39: So viel dazu.
00:51:39: Danke Irina, danke
00:51:40: Anna!
00:51:41: Danke bis zum Screening!
00:51:52: Tschüss!
00:52:16: Aufnahme, Schnitt und Postproduktion des Podcasts macht das Studio thirty-six.
00:52:20: Das Konzept ist entwickelt von Clara de Ventier, Irina Thieb und Svenja Heinrichs.
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