#6 Serien schreiben mit Stefanie Ren
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Drehbuchautorin und Showrunnerin Stefanie Ren über das Schreiben und die erzählerischen Möglichkeiten von Serien. Früher schaute Steffi wirklich alles. Von Friends und Charmed zu Verbotene Liebe, Marienhof und sogar Earth 2! Sie wusste also schon sehr früh, dass sie Serie machen will, aber was ihr trotzdem Bruce Lee bedeutet, hört ihr in dieser Podcastfolge.
Ein Podcast des Pro Quote Film e.V., entstanden im Rahmen der Filmreihe “Feminist Time Travel”, unterstützt von der MEHR KULTUR-Förderung der Berliner Sparkasse. Wo ihr uns findet: Instagram @feministtimetravel Oder https://proquote-film.de/aktuelles-uebersicht/?category=filmreihe-kategorie-aktuelles
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Transkript anzeigen
00:00:04: Hi und herzlich
00:00:14: willkommen zu einer neuen Folge von Feminist Time Travel.
00:00:17: Ich bin Svenja Heinrichs,
00:00:18: ich bin Regisseurin
00:00:19: und Autorin.
00:00:20: Ich freue mich unheimlich dass meine erste Gäste hier Stephanie Rennest.
00:00:24: Hallo Steffi!
00:00:25: Bevor wir anfangen wollte ich ein paar Worte zu dir verlieren.
00:00:28: Ich habe online ein bisschen geschaut und recherchiert und würde dich gerne mal kurz vorstellen.
00:00:34: Oh, bitte.
00:00:34: Mal
00:00:34: klären?
00:00:36: Stefanie sagt um ein Steuerberater!
00:00:38: Du bist Steffi, du bist Drehbuchautorin und Showrunnerin Geboren in Taiwan, du hast aufgewachsen und groß geworden und alles im Baden-Württemberg.
00:00:48: Das heißt, du warst echte Schwäben.
00:00:51: Ja
00:00:51: ja...
00:00:53: Das klingt schon nach dem Dialekt der ist dahinter.
00:00:55: In den letzten Jahren hast du deinen Abschluss an der Filmakademie Baden Württmberg gemacht in Drehbuch und Serienproducing.
00:01:01: Da gehen wir auch noch mal darauf ein Und seitdem hast du unzählige Sachen gemacht.
00:01:07: Unter anderem für Jojo, das ist ein Netflix-Film.
00:01:10: Du warst Head Autorin bei A Thin Line der Paramount-Serie produziert von Weidemann Bros.
00:01:16: Du warste Head Autoren der RTL Serie nicht totzukriegen die zehntausend siebzehn für den deutschen Comedypreis nominiert war und dein erster Kinofilm Cleo unter der Regie von Eric Schmidt feierte zwei tausend neunzehn bei der Berlinale Premiere als Eröffnungsfilm.
00:01:30: Generation oder Generation K plus auf Deutsch, auf Englisch?
00:01:34: Ich glaube das heißt Generation.
00:01:35: Generation K Plus!
00:01:38: Heute sprechen wir vor allem über deine Geschichten, deinen Schreiben und dabei schauen wir v.a.
00:01:42: auf die Möglichkeiten von Serien denn deine Serie House of Yang erscheint kurz nachdem dieser Podcast erscheinend nämlich am neunten Oktober in der ARDB Diathèque Und wir zeigen außerdem die ersten drei Folgen im gleichen Monat in unserer Filmreihe.
00:01:57: aber da gehen wir später nochmal drauf ein.
00:02:00: Ich freu mich, dass du da bist.
00:02:02: Lass uns anfangen!
00:02:03: Ich freue mich auch sehr.
00:02:04: Wir
00:02:04: fangen ja hier immer in diesem Podcast an bei den wortwörtlichen Anfängen.
00:02:09: was ist also dein erstes Erlebnis mit Film?
00:02:12: Dein erstes Ergebnis mit Kino gewesen?
00:02:14: Woran kannst Du Dich so wirklich
00:02:15: erinnern?!
00:02:16: Also mein erstes Erlebnis mit Filmen ist tatsächlich, dass ich mich erinnere, dass mein Vater mir Bruce Lee-Filme gezeigt hat.
00:02:23: Wir hatten sehr viele davon zu Hause auf VHS, wir hatten so eine riesige Schublade die konnte man aufziehen und dann waren da alle Bruce Lee Filme glaube ich dies gibt.
00:02:31: Hatte ja auch VHS.
00:02:32: darin erinnern ich mich sehr gut.
00:02:35: Mein erstes Kinoerlebnis war einen Schweinchen namens Babe?
00:02:38: Wirklich!
00:02:39: Das war auch...ja hab' ich fast vergessen toll das du den Film erwähnt.
00:02:44: Wahnsinn wie ging's dir
00:02:45: da?!
00:02:45: Also, das war ein Ersatz.
00:02:48: Weil meine Schwester, die ist drei Jahre ältert, die durfte aufs Backstreet Boys-Konzert und ich durfte nicht.
00:02:53: War sehr traurig!
00:02:54: Deswegen ist meine Mutter dann mit mir stattdessen ins Kino mein erstes Kinoerlebnis in einen Spendennamen Spade gegangen Und es war für mich sehr schön.
00:03:02: auch wenn's ein Trostner war habe ich zum ersten Mal Kinoluft geschnuppert und hat mich schon sehr bewegt.
00:03:07: Ja
00:03:07: Toll...und was war so die Erinnerung?
00:03:10: Was hast du noch so auf dem Schirm?
00:03:11: Wann hast Du das erste mal ein Film oder eine Serie gesehen und gedacht?
00:03:15: Warte mal, vielleicht kann ich das ja auch?
00:03:17: Das muss ein paar wenige Jahre später nach diesem Kinoerlebnis gewesen sein.
00:03:21: Da habe ich nämlich nachts heimlich im Fernsehen auf Arte nach fünf Uhr im Urwald von Hans Christian Schmidt gesehen und bis dahin hatte ich eben nur Hollywood-Filme oder eben Bruce Lee-Filmen oder keine Ahnung Sachen geguckt die nicht deutsch waren was Film angeht.
00:03:36: Und das war glaube ich der erste film Der erste deutsche film den ich gesehen habe Den ich von vorne bis hinten einfach nur fantastisch und magisch und toll und mir dann klar wurde, die Deutschen können ja auch Filme machen.
00:03:50: Das gibt's auch!
00:03:51: Das ist eine ganz schöne Bandbreite wenn man überlegt du hast Bruce Lee Filme gesehen ein Schweinchen namens Babe einen Film der vielleicht für seine Zeit auch irgendwie fortschrittlich war mit diesen kleinen Sprechen im Schwein.
00:04:04: und dann so deutsches Arthauskino sag ich jetzt mal.
00:04:07: Hast Du denn einfach gedacht Ich will das generell machen, dass es mir egal inwiefern?
00:04:12: oder gab's dann auch so ein Interesse für eine bestimmte Genre?
00:04:15: Oder ein bestimmtes... Dass du gedacht hast.
00:04:17: ich möchte unbedingt einen deutschen Arthausfilm schreiben.
00:04:21: Also, ich war tatsächlich noch nie und werde es hoffentlich auch nie sein festgelegt auf ein Genre.
00:04:26: Eben auch damals schon wie du anmerkst Ich habe sehr breit geguckt.
00:04:29: das mache ich immer noch.
00:04:31: Und als Du erzählt hast ne?
00:04:33: Ich hab eine RTL sitcom geschrieben.
00:04:35: Ich habe aber auch eine Paramount plus Drama Thriller Serie geschrieben.
00:04:38: Ich hatte einen Kinderfilm geschrieben.
00:04:40: also da ist die Bandbreite sehr groß und daran habe ich am meisten Spaß.
00:04:43: eigentlich nachdem ich eine sitcom geschrieben hat habe ich nur Anfragen für sitcoms bekommen.
00:04:47: Die habe ich alle abgesagt weil ich mir dachte dass habe ich doch gerade gemacht.
00:04:51: Ich habe jetzt was Neues.
00:04:52: Das heißt, ich brauche immer wieder etwas Neues und anderes.
00:04:56: Und wenn ich gerade an gruseligen Arbeiten gucke, dann gucke ich gerne was Lustiges.
00:05:01: Wenn ich am lustigsten arbeite, dann schaue ich gerne ein bisschen mehr Thrill oder so.
00:05:07: Also ich lasse mich gerne von anderen Genres inspirieren.
00:05:10: Das erinnert mich auch an eine unserer vergangenen Folgen wo wir über Stereotype Casting bei Schauspielenden geredet haben.
00:05:17: Das heisst du bist quasi als Drehbuchautor?
00:05:20: gegen Stereotype Casting in diesem Fall.
00:05:22: Du willst nicht nur auf eins festgenagelt
00:05:24: werden?
00:05:24: Total, total.
00:05:25: und es ist sehr lustig weil eben wie gesagt als ich sitcom geschrieben habe wurde ich danach nun für sitcom angeschragt und musste mich dann da so ein bisschen rausarbeiten.
00:05:33: Und jetzt schreibe ich, jetzt habe ich eben meine Mystery-Serie House of Yarn am Start, davor hab' ich eine Füllerserie mit auf den Leinen geschrieben.
00:05:40: Ich kriege nur Anfragen für darkere Sachen, worauf ich auch total Bock habe.
00:05:44: Aber wenn ich dann jemandem sage, ich schreib gerade auch an einem Kinderfilm zum Beispiel Dann guck mich alle immer mit großen Augen an wie du?
00:05:52: Ja hallo!
00:05:52: Ich hatte mit Cleo den Eröffnungshirmen der Generation auf der Bellinale und dann fangen die Leute an zu denken und dann sehe ich so ah ja stimmt Einfach weil du bist immer so das was du als letztes gemacht hast.
00:06:05: Die Leute vergessen irgendwie, was du davor warst, finde ich sehr interessant.
00:06:08: Total interessant!
00:06:09: Wenn wir jetzt nochmal kurz zurück an die Anfänge gehen, an deinen Teenager sein, als du zum ersten Mal verstanden hast, dass Film ein Berufsfeld sein kann, gab es denn irgendjemand in deiner Umgebung der dich da unterstützt hat?
00:06:20: Hatte jemand... Ahnung eigentlich davon, was das ist oder bist du so komplett aus einer selbst erarbeiteten Perspektive gekommen?
00:06:28: Also bei mir im Umfeld hatte niemand eine Ahnung dass das als Beruf existiert überhaupt.
00:06:34: Ich hatte aber das Glück, als ich so, ich würde sagen, fünfzehn oder sechzehn war.
00:06:38: da hat unser Musiklehrer Herr Engel in der Schule.
00:06:43: es gab so ne Workshopwoche und dann konnte man sich unterschiedlichste Sachen aussuchen und ich hatte dann Videoschnitt mehr ausgesucht nicht genau, was es bedeutet.
00:06:51: Aber das hat Herr Engel angeboten und dann haben wir da mit meinem kleinen Camcorder, den ich hatte, haben wir uns einfach irgendwas ausgedacht, haben uns gedreht, meine Freundin und ich... Und dann sind wir zu Herr Engel, no shit.
00:07:04: Nach Hause in den Keller... viel Schädig!
00:07:07: Viel Mädchen, vier minderjährige Mädchen zur Herr Engl nach Hause in dem Keller und da stand halt sein Computer und sein Setup und da haben wir dann Videoschnitt gelernt.
00:07:18: Man muss ja so sagen, Herr Engels ist wie der Name.
00:07:21: es war ein wirklich ganz lieber netter Lehrer.
00:07:24: auch seine Frau und seine Kinder waren mit Zuhause.
00:07:26: das war alles okay.
00:07:27: ich glaube trotzdem dass man das heutzutage so nicht mehr machen würde.
00:07:30: aber Genau, da habe ich zum ersten Mal dann erfahren was es bedeutet.
00:07:34: Man dreht irgendwas und dann speist man das in den Computer ein und dann fängt mal an das zu schneiden.
00:07:39: Und das war für mich wie so eine Epiphanie.
00:07:41: Ich war so... Achso!
00:07:43: Wie cool, dass was irgendwie beim Drehen nicht gut gelaufen ist.
00:07:46: Das können wir einfach wegschneiden und wir können einfach Sachen die wir hinten gemacht haben nach vorne setzen und plötzlich ergibt sich irgendwas Neues.
00:07:53: Das war für mich tatsächlich zum ersten Mal so das ich gemerkt habe, dass es wie ein Spiel eine Spielerei, eine Kunstform aber spielerisch und das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht und ab.
00:08:03: dann dachte ich eigentlich, dass ich Schnitt machen möchte.
00:08:05: Ah, okay.
00:08:06: Was ja interessant ist, weil wenn man selber aus der Filmbranche kommt und selber Filmschaffen isst weiß man ja im Schnitt wird eigentlich das Drehbuch komplett neu erzählt.
00:08:13: also eigentlich macht man ja eine relativ ähnliche Aufgabe würde ich
00:08:16: sagen.
00:08:17: Ja, das habe ich jetzt auch bei House of Yarn wo ich eben auch dann im schnitt saß und folgen geschnitten hab.
00:08:22: mit meiner Editorin Habe ich diese diese Euphorie wiedergespürt Und ich war so achso Ich kann alles was ich im Drehbuch nicht geschafft hatte was am Set irgendwie vielleicht noch nicht so geklappt hat Kann ich jetzt nochmal weiter schreiben?
00:08:34: schreiben und bin im Schnitt sehr aufgeblöds.
00:08:37: Ja, ich liebe Schnitt nach wie vor sehr!
00:08:39: Aber als ich dann zum ersten Mal in der Filmhochschule war... Ich habe da einen Praktikum an der Filmakademie Ludwigsburg gemacht weil ich nicht wusste wie man sonst den Fuß in diese Tür bekommt.
00:08:48: Da stand ich dann zum ersten Mal in diesem Technikraum, wo ganz viele fünftausend Kabel und Sachen und man musste irgendwas stecken.
00:08:57: Und dann an diesen Tastaturen die alle irgendwie jede Tastatur hat eine andere Farbe und das rendern.
00:09:02: Und da war ich dann irgendwie ein bisschen abgeschreckt vom Schnitt weil es so technisch war.
00:09:07: Das hat mich persönlich nicht so interessiert.
00:09:09: Das heißt, du bist dann von dieser AG oder dem Unterricht mit Herrn Engel irgendwann in dieses Praktikum gekommen.
00:09:18: Und um zu gucken wie kann ich eigentlich wirklich Filmschaffende werden?
00:09:21: Wie kann ich da reinkommen in diese ganze Bubble?
00:09:24: Hattest du denn irgendwie Vorbilder?
00:09:26: Gab es irgendwas was du dann in dieser Zeit vor dem Studium wenn du sagst Bruce Lee Filme so weiter und sofort bist du auch auf Regisseurin Autorinnen gestoßen oder gedacht hast?
00:09:37: Das ist eigentlich genau das, was ich machen möchte?
00:09:40: Also, seit ich Kind war, war ich großer Stephen-King-Fan.
00:09:44: Der Romanautor ist es aber der eben meines Wissens.
00:09:47: damals nach hatte er ja auch Filme geschrieben und es gab Serien die auf seinen Büchern basierten Und ich fand einfach seinen Output sehr inspirierend.
00:09:55: Der hat irgendwie das Gefühl, er hat jedes Jahr einen neuen Roman rausgebracht
00:09:58: und ist
00:10:00: unheimlich produktiv.
00:10:01: Und natürlich davon auch wahnsinnig viele Klassiker mittlerweile mit der Shining, mit It.
00:10:06: Also da sind ja einfach Geschichten dabei die heute immer noch irgendwie interessant und spannend sind.
00:10:12: Und das war auf jeden Fall jemand, den ich so vom Schreiben irgendwie inspirieren fand.
00:10:17: Er hat auch einen Buch geschrieben on writing was sich dann gelesen hatte weil ich genau wissen wollte wie er so schreibt.
00:10:24: da ging es dann viel um literarische schreiben und dann gesagt habe benutze keine Adjektive die bla bla bla oder so.
00:10:30: Das fand ich dann weniger interessant.
00:10:31: aber was ist der Kern von erzählen?
00:10:34: Es gibt eine Stelle der beschreibt ja das Schreiben wie einer archäologischen Ausgrabung dass die Geschichte wie man weiß, da ist ein Skelett.
00:10:43: Man findet quasi einen Knochen und weiß oder ist irgendwas?
00:10:46: Wir müssen jetzt anfangen zu
00:10:47: graben.".
00:10:48: Und dann wird sich auftunen was ist dieses Skelett?
00:10:51: Ist es ein großer Dinosaurier, ist ein kleiner Dinosauria, ist nur ein Bruchteil... und er hat gesagt Geschichten schreiben ist ganz ähnlich!
00:10:57: Es ist nichts was man sich aus der Luft zaubert sondern irgendwann trifft man auf einen Knochens sozusagen und fängt an zu grauben und irgendwann schält sich entblättert sich die Geschichte von selbst wenn man weiter gräbt.
00:11:08: Das ist bei mir geblieben sehr wahr, also so empfinde ich auch Geschichten erzählen.
00:11:13: Total.
00:11:14: Das klingt sehr, sehr gut und ich finde ja auch... Können wir später nochmal darüber reden dieser Unterschied zwischen literarischem Schreiben und für den Film oder für die Serie schreiben?
00:11:23: Ist ja auch nochmal irgendwie spannend zu sehen.
00:11:24: was kann man übertragen?
00:11:25: wo ist da wirklich ein Stopp zu setzen weil es einfach so unterschiedlich ist?
00:11:30: wie bist du denn dann nach dem Schulabschluss überhaupt weitergekommen?
00:11:34: Du hast jetzt dieses Praktikum irgendwie gemacht.
00:11:36: war das dann auch deine erste Bewerbung an der Filmhochschule oder hast du noch irgendwas davor studiert?
00:11:41: Genau, also ich war so ein bisschen lost.
00:11:44: Ich wusste eben nach dieser Projektwoche mit Herrn Engel das finde ich spannend, ich wusste dass ich Streiben spannend finde und dachte da eben dann dass ich Schnittspannend finde.
00:11:52: Aber wusst ihr überhaupt nicht, wie komme ich zum Film?
00:11:55: Und habe dann ... Ich glaube damals gab es Yahoo.
00:11:59: Ich glaube, ich hab nicht ge-googelt.
00:12:00: Ich hab Geahoot und hab dann eben gefunden bei mir in der Gegend die Filmakademie in Ludwigsburg.
00:12:08: Da durfte man sich nur bewerben, wenn man vorher ein mindestens einjähriges Praktikum beim Film gemacht hatte!
00:12:16: zum Film, deswegen weh ich ja zu euch.
00:12:18: Ich weiß noch nicht wie ich da sonst hinkommen soll und dann habe ich glücklicherweise aber irgendwo gesehen in so klein gedruckten dass man auch ein Praktikum an der Filmakademie machen kann was man anrichten lassen kann eben als Praktikum beim Film für die Bewerbung.
00:12:31: Das heißt, ich habe mich dann um ein Einjährigspraktikum an der Filmakademie beworben, wurde dafür angenommen und hab eben in dieser Zeit, das war direkt nach dem Abi, da war ich neunzehn, als ich angefangen habe, hab alle möglichen Stadien durchlaufen.
00:12:45: Ich war im Casting-Beron halbes Jahr, ich war im Produktionsberon halbis Jahr und durfte aber währenddessen auch bei Filmdrehs oder Studiedrehs dabei sein.
00:12:53: Ich durfte manchmal in Lectures mich reinsetzen wenn ich nicht gerade irgendwie kopieren muss oder Stühle sortieren, oder Kaffee kochen.
00:13:02: Das war mein erster Weg in diese Welt hinein und habe mich dann während dieses Praktikums an der Filmakademie beworben für Drehbuch weil ich dann eben gemerkt habe Schnitt ist mir zu technisch.
00:13:12: Ich will Geschichten erzählen Und den Drehbuchunterricht, den ich da so mitgemacht hatte da ich das Gefühl da bin ich richtig
00:13:17: Toll!
00:13:18: Das heißt aber du hast davor eigentlich... Hast Du mal kurz
00:13:21: Geschichten geschrieben?
00:13:22: Hast Du irgendwann... Weil wenn Du sagst Schnitt war so das Das Schreiben muss ja schon irgendwann da gewesen sein, so ein bisschen vielleicht.
00:13:28: Total!
00:13:29: Ich habe als ich zehn Jahre alt war einen Tagebuch von meiner Mutter geschenkt bekommen und man musste dazu wissen... ...ich bin mix-deutsch chinesisch meine Mutter ist deutsch mein Vater ist chinese Und bei mir zu Hause wurde sehr viel chinesische Mandarin gesprochen.
00:13:44: Bin in Taiwan geboren aber als ich vier Monate alt war sind wir nach Deutschland gegangen und damals dachte man es gab den pädagogischen Glauben dass Kinder verwirrt sind wenn sie zwei Sprachen gleichzeitig lernen.
00:13:55: Das heißt, meine Eltern haben mir keinen Chinesisch beigebracht.
00:13:58: Sondern nur Deutsch und mit Vater hat er aber ein bisschen Schwierigkeiten, Deutsch zu lernen.
00:14:02: Das heißt mein Eltern und meinen Schwestern, die älter war, die in Taiwan noch im Kindergarten gegangen sind, die haben chinesisch miteinander geredet.
00:14:08: Und ich stand so ein bisschen außen vor und genau dann sind wir im Schwaben-Ländler gelandet wo wir so die einzige asiatisch deutsche Familie waren... großen Umkreis und habe mich sehr als Außenseiter gefühlt, sehr lange.
00:14:22: Nicht nur in diesem Ort sondern auch innerhalb meiner eigenen Familie.
00:14:26: Und in dem Moment, als meine Mutter mir dieses Tagebuch geschenkt hat hatte ich plötzlich zum ersten Mal wie so... ein Outlet für alles, was in mir drin war.
00:14:37: Und da ist sehr viel rausgekommen und das hatte ich... Ich hatte vor allem einfach keine Sprache irgendwie.
00:14:43: Ich war glaube ich teilweise sehr still, manchmal auch sehr laut aber um das zu überspielen glaube ich hatte so keine Sprachen für mich gefunden bis dahin.
00:14:52: und mit diesem Tagebuch war plötzlich so wow!
00:14:55: Da kann ich alles Mögliche machen.
00:14:57: Ich habe wirklich von so banalen Einträgen wie heute war ich Eisessen in Nargold Wirklich tatsächlich Kurzgeschichten, ich habe auch Songtexte geschrieben.
00:15:06: Ich dachte damals noch, ich will Songschreiberin werden!
00:15:09: Ich hatte nur leider keine Musik in meinem Kopf, ich hatte nur Worte.
00:15:12: Es ist voll
00:15:12: okay, ich wollte damals auch Popstar werden.
00:15:14: also ich glaube das für alle uns Millennials gab es mal diese eine Phase wo man gedacht hat irgendwann bin ich auf dieser Bühne und erzähle irgendwas über Musik und ja ich konnte auch kein Instrument spielen.
00:15:26: Genau.
00:15:27: Aber das Schreiben begann mit diesem Tagebuch und hatte dann auch nie wieder aufgehört.
00:15:34: Würdest du sagen, weil du gesagt hast ... Das war ja dann auch dein einziges Studium an der Filmakademie?
00:15:38: Wenn ich das richtig gehört habe und außerdem noch so jung könnte man sagen... Was war denn deine Erfahrung letztendlich im Studium?
00:15:46: Hast du teilweise gedacht oh vielleicht sind da ja doch oder waren ein paar Leute einfach ein bisschen älter haben vielleicht schon davor was studiert?
00:15:51: Hast Du dir teilweise gedacht boah hätte ich noch etwas anderes davor gemacht oder vielleicht sogar danach?
00:15:56: Ja, voll.
00:15:56: Also ich war tatsächlich die Jüngste in dem ganzen Jahr also mit allen Filmstudierenden, die da angefangen haben, weil ich die jüngste und der älteste war zehn Jahre älter als ich Und ganz viele hatten schon wahnsinnig viel Erfahrung.
00:16:11: Die hatten eben schon vorher irgendwas mit Film studiert, an Zets gearbeitet und ich habe überhaupt nicht verstanden.
00:16:16: warum seid ihr denn hier?
00:16:18: Ich hab damals noch gar kein Verständnis dafür gehabt dass wenn jemand als Kamerassistenz zum Beispiel über Jahre gearbeitet hat am Set der aber gerne DOP sein wollte das man dann eben den Weg über die Filmhochschule nochmal gehen muss.
00:16:31: Das habe ich einfach oder... gehen kann, um da hinzukommen.
00:16:34: Das habe ich einfach nicht verstanden weil ich mir dachte ihr wisst doch schon alles und ich wusste halt gar nichts.
00:16:38: Ich war so das ist deine Kamera!
00:16:41: So macht man die an, so funktioniert das.
00:16:43: Das war für mich alles.
00:16:44: Neuland-Weißabgleich hatte ich noch nie gehört.
00:16:47: Also ich kannte diese Dinge einfach und die wussten alles.
00:16:51: deswegen habe ich mich sehr oft auch da wieder ein bisschen außen vorgefühlt und hatte schon manchmal so ja das Gefühl ich gehöre hier nicht richtig hin.
00:17:01: Dann war es auch noch mein erstes Studium.
00:17:03: Ich war zum ersten Mal wirklich irgendwie weg von zu Hause frei, ich hab sehr viel Party gemacht muss man sagen.
00:17:11: Was ich im Nachhinein tatsächlich auch bereue weil ich habe sehr viele Filmgeschichte geschwänzt.
00:17:15: Das baue ich auch immer am Dienstag morgens um
00:17:17: acht oder so?
00:17:17: Nee bei uns war es Donnerstag-Nachmittag und Freitag den ganzen Tag ab Früh.
00:17:22: Und Donnerstagabend war immer, ich glaube an der pädagogischen Hochschule eine Party.
00:17:28: Da war ich immer und deswegen habe ich Freitags eigentlich nie da.
00:17:31: Und Donnersdag Nachmittag hatte ich meistens dann auch schon keine Lust mehr.
00:17:36: Ich habe sehr viel Filmgeschichte geschwänzt und sowas bereue ich im Nachhinein einfach total.
00:17:40: Und da merke ich einfach die Leute, für die das wirklich das Zweitstudium oder sogar bei manchen des Drittstudiums war, die wirklich ein klares Zielfrogen hatten wie sie teilweise krass verschuldet hatten um dahin zu kommen.
00:17:51: Die hatten dann einen ganz anderen Fokus und die hatten einen klaren Plan.
00:17:54: Ich glaube wenn ich heute das nochmal machen würde, dann würde ich auch mit einem klareren Plan einfach hingehen, mit dem anderen Fokuss und auf gar keinen Fall Filmgeschichten schwänzt!
00:18:02: Wobei man auch sagen muss, Ludwigsburg ist ja relativ klein und alle die in Ludwiksburg studiert haben oder schon mal da an der Filmhochschule vorbeigeschaut haben.
00:18:09: Wenn es da eine Party mal gibt dann kriegt das hier wirklich jeder mit und dann ist da wahrscheinlich auch wirklich jeder und jede am Start.
00:18:15: weil so oft passiert ... Es
00:18:19: passiert
00:18:20: schon unheimlich viel, es ist nur sehr klein.
00:18:22: Es
00:18:22: ist sehr klein und man konnte sich aber schon auch aus diesen Partys raushalten.
00:18:26: alle die in Stuttgart gewohnt haben zum Beispiel.
00:18:28: Man muss wissen mit der Region sind das fünfzehn Minuten von Ludwigsburg nach Stuttgard Aber die die in den Stuttgarten gewohnten waren schon so ein bisschen außen vor Und in Ludwicksburg hatten wir die Kanone und das Flint.
00:18:41: Wenn man irgendwie was trinken gehen wollte dann war man entweder in der Kanone oder im Flint
00:18:47: einer Studienlaufbahn bestimmt.
00:18:50: Wir haben vorhin schon mal ganz kurz darüber geredet, als wir noch nicht aufgenommen haben.
00:18:54: es gab dann deinen Abschluss, und
00:18:57: dann
00:18:57: habe ich in meiner Recherche gesehen, gab's dieses kleine Loch was glaube ich viele Menschen und viele Filmschaffende kennen nämlich In den Deutschen Comedypreisnominiert.
00:19:11: Jetzt ist die Frage, wie hast du die Zeit dazwischen wahrgenommen?
00:19:14: Was ist denn da passiert?
00:19:16: Du hast ja wahrscheinlich nicht einfach Däumchen gedreht!
00:19:18: Du hast was getan und deinen Abschluss gemacht... Wie war es für dich raus in die echte Welt zu
00:19:23: kommen?!
00:19:24: Oh, das war aufregend und beängstigend muss ich sagen.
00:19:28: Man muss dazu eben auch wissen... Ich war einfach dann immer noch sehr jungen.
00:19:32: Im Jahr im Jahr ist es schon ein Jahr verlängert.
00:19:40: Ich habe mit Serie meinen Abschluss gemacht in den letzten Jahren.
00:19:43: Ich hatte dann aber noch keinen Neunziger geschrieben und wollte das nochmal machen.
00:19:47: Und habe dann einen Jahr verlängernt.
00:19:48: Einfach aber auch aus dem Grund weil ich mich nicht bereit für die Welt da draußen bin.
00:19:53: gefühlt hatte.
00:19:54: Vor allem auch, weil ich kein Neunziger geschrieben hatte.
00:19:56: aber auch war ich das Gefährlich bin noch so wahnsinnig jung und ich weiß noch gar nicht wie ich auftrete in dieser Branche.
00:20:03: Genau deswegen wäre ich sehr dankbar darum dass sich ein Jahr verlängern konnte und dann war eben zwei tausend treizehn war klar.
00:20:09: jetzt geht's aber los und ich will und muss auch mein Geld damit verdienen.
00:20:13: Dafür war ich angetreten, dass das jetzt mein Beruf ist.
00:20:17: Und ich hatte dann Glück, bei unserem Abschlusspitching an der Filmhochschule habe ich meine Agentin kennengelernt.
00:20:24: Damals noch war ich bei Page Magnet eine kleine Agentur aber da bin ich relativ schnell reingekommen und über die Agentur habe ich auch erste Schreibaufträge bekommen und auch über Kontakte, die ich während der Filmhofschule gemacht hatte Sodass ich eigentlich ab einem halben Jahr nach dem Abschluss konnte, ich anfange davon zu leben.
00:20:44: Man muss dazu auch sagen damals war Berlin... Ich bin dann nach Berlin gezogen.
00:20:47: War Berlin einfach sehr günstig und habe mit meinem Freund in einer kleinen Zweizimmer-Wohnung gelebt die wenig Geld gekostet hat.
00:20:53: Und konnte dann tatsächlich von diesen Exposé Aufträgen, die ich am Anfang hatte existieren in dieser Stadt.
00:21:00: Und dann war es aber tatsächlich so, dass es dann drei Jahre gedauert hat bis nicht totzukriegen gedreht wurde.
00:21:06: das heißt dazwischen waren immer wieder so auf und ab.
00:21:10: sich hab dann mal eine FFA-Drehbuchförderung bekommen für ein Projekt was nie gemacht wurde oder beziehungsweise noch nichts gemacht ist.
00:21:20: Es lebt immer noch tatsächlich.
00:21:23: Aber ja das waren einfach tatsächlich viele jahre von Was mache ich hier eigentlich?
00:21:28: Und ja, ich verdiene damit Geld aber auch wenig.
00:21:32: viele Projekte in der Luft und nichts landete so richtig.
00:21:36: Es war auch oft so, dass ich hatte irgendwie Lust auf meine eigenen Stoffe und habe die an Produktionsfirmen geschickt.
00:21:41: Dann haben sie mich immer kennenlernen wollen und dann dachte ich mal cool ihr habt Lust auf meinen Stoff?
00:21:45: Und da haben sie gesagt deine Stoffen sind viel zu...die sind zu wenig das eine oder das andere.
00:21:51: Die sind kein Arthaus, die sind aber auch nicht super Mainstream.
00:21:53: Sie sind irgendwo dazwischen.
00:21:55: Das wissen wir nicht wo wir das platzieren sollen.
00:21:57: Aber wir haben hier gerade diese Idee oder diesen Stoff.
00:22:00: hast du nicht Lust auf den.
00:22:01: Ich hatte dann immer Arbeit, aber auch oft eben nicht Doffe die ich eigentlich selber initiiert hatte oder auf die ich Lust hatte.
00:22:08: Das war so ein bisschen frustrierend für mich manchmal und... Ja, mir war aber auch klar dass es einfach eine Zeit dauern wird bis irgendwie was fruchtet und ich habe mich aufgegeben.
00:22:18: Und dann hab' ich tatsächlich eben auch das Glück gehabt bei nicht totzukriegen direkt als Heterotorin aufs Projekt zu kommen obwohl ich ja noch gar kein Credit hatte, war das für mich eine Riesenmöglichkeit und die habe ich da natürlich beim Shopfe ergriffen und das hat sehr viel Spaß gemacht.
00:22:34: muss ich sagen
00:22:35: War das etwas, wo du für gekämpft hast?
00:22:37: Also dass du gesagt hast, ich möchte bei dem Projekt auch wirklich Herrdautoren sein und dann hinkst du da so dran.
00:22:41: Oder war es ein volles Vertrauen von der Produktionsseite die gesagt hat, wir denken, du kannst das!
00:22:46: Wir trauen dir das zu.
00:22:48: und jetzt mach mal!
00:22:49: Bei diesem Projekt hatte ich viel Glück... Aber auch, ich glaube meine Ambition hat mir da in die Karten gespielt.
00:22:55: und zwar war es so dass ich hatte an der Filmhochschule noch einen RTL-Wettbewerb gewonnen mit einer Comedy-Serie.
00:23:05: Mit einem Konzept was ich geschrieben hatte mal bei einem Workshop, bei RTL in Köln mitgemacht wo ich die Redakteurin von nicht totzukriegen kennengelernt hatte Brigitte Kunath.
00:23:16: Ich hatte ein paar Jahre zuvor bei einem First Steps Abend den Regisseur von Nicht Totzukriegend Felix Stiens kennengelernet mit dem ich lustigerweise mit meinen Kurzfilmen und seinen Kurzfilm immer wieder auf Festivals gleichzeitig gelaufen bin und ich seine Kurzfilme einmal gesehen hatte mir dachte Das finde ich sehr cool, was der macht.
00:23:34: Den würde ich gerne mal kennenlernen und habe den dann tatsächlich eben auf diese Veranstaltung einfach angesprochen weil ich mir dachte, den wolltest du kennenlern?
00:23:41: Jetzt ist er da jetzt!
00:23:42: Nimm dir Mut zusammen und mach einfach.
00:23:45: Und wir haben uns dann sehr gut unterhalten, und diese Produktionshümer die nicht totzukriegen produziert hat, die hatte meine Abschlussserie, mein Piloten gesehen, Heldnis Alltags was auch eine Sitcom war.
00:23:56: Die fanden den Piloten sehr toll weil sie mit dem Regisseur von den Pilots Daniel Rübersamen, ich glaube ne Werbung zusammengemacht hatten.
00:24:03: damals.
00:24:04: das heißt es kam lustigerweise von drei Seiten dass mein Name viel im Zuge von wer könnte hier die Head Autorin sein.
00:24:12: Und ich glaube dadurch, dass alle drei gesagt haben bei der können wir uns das vorstellen hatte ich so ein bisschen dann vorsprungen und ich musste dann trotzdem noch mal meine Idee pitschen wie ich das machen würde und danach habe ich dann die Zusage bekommen.
00:24:24: also es war so'n bisschen irre wie diese drei unterschiedlichen Wege dazu geführt haben dass alle meinen Namen auf dem Schirm hatten.
00:24:31: Toll, aber dann merkt man ja auch immer, dass Projekte ihre Zeit haben.
00:24:34: Und wenn es sein soll, dann fällt das irgendwie doch zusammen, hab ich manchmal das Gefühl!
00:24:39: Wenn wir jetzt ins Heute gehen... Wir sind in deinem normalen Arbeitsalltag.
00:24:44: Ich stell mir jetzt sofort.
00:24:45: du hast zu Hause ein Schreibtisch Du stehst morgens auf.
00:24:49: Wie früh stehst du auf?
00:24:50: Fängst du sofort anzuschreiben?
00:24:52: Was bist du für eine Autorin?
00:24:54: wie sieht der normale Arbeitsalltag aus.
00:24:56: Also ich bin eher was man Nachtäule nennt.
00:24:59: Das heißt, ich gehe meistens eher später ins Bett und schlafe dafür auch ein bisschen länger.
00:25:04: Das heisst mein Tag fängt meistens irgendwann zwischen... Ich will nicht lügen, deswegen sage ich jetzt zwischen neun und elf an.
00:25:13: Gut die Spanne ist voll okay das ist ja human.
00:25:15: Ja wir keine Kinder, deswegen kann ich ausschlafen und ich vertrag kein Koffeiden,
00:25:20: d.h.,
00:25:21: ich kann mich nicht mit Kaffee putzen oder so, ich muss einfach ausgeschlafen sein um gut schreiben zu können.
00:25:27: D.h.
00:25:28: irgendwo zwischen neuneinundelf je nachdem ob Termine anstehen auch mal früher.
00:25:32: und eben wenn ich erst später Termin oder keine Termine habe dann stehe ich auch gerne erstmal ein bisschen später auf dann halt erst um elf an den Schreibtisch.
00:25:40: Das ist eigentlich für mich das Best Case-Szenario, muss ich sagen!
00:25:43: Und kannst du dann einfach durchschreiben oder weißt du mehr als eine Stunde am Stück schreibst du nicht und dann brauchst du nochmal ne Abwechslung?
00:25:52: Wie ist es so für
00:25:54: dich?!
00:25:54: Also mittlerweile... Es sind meine Tage tatsächlich recht voll meistens mit irgendwelchen Calls oder Terminen, sodass ich weiß dass ich meistens sowieso erst gegen Nachmittagabend zum Schreiben komme.
00:26:06: Manchmal muss ich auch an den Wochenenden schreiben einfach weil die Tage mittlerweile so voll sind.
00:26:10: das war vor ein paar Jahren noch anders.
00:26:12: da konnte ich wirklich mir so Wochen blocken wo ich sage hier schreibe ich einfach nur das war ein Traum Zähre ich heute noch vorn, weil ich mir denke so, wie schön das damals war.
00:26:22: Ich bin froh wenn ich einfach mal einen Tag frei in Anführungszeichen habe umzuschreiben.
00:26:26: Das passiert kaum noch.
00:26:27: D. h., ich muss sehr gut mit der Zeit umgehen wo ich weiß jetzt hab' ich mal ein paar Stunden Ruhe und jetzt kann ich auch schreiben.
00:26:39: Uhr zu haben und dazwischen habe ich eben meistens irgendwelche Termine.
00:26:43: Und dann versuche ich mindestens vier Stunden davon zu schreiben, vier Stunden finde ich human machbar trotzdem sehr viel im Idealfall.
00:26:52: wie gesagt hab ich einen freien Tag in Anfangszeichen umzuschreiben aber das passiert kommen noch.
00:26:56: Ich kann das aber auch mit dem Wochenende ganz gut verstehen.
00:26:58: Ich selber merke auch immer wieder, wenn ich am Wochenende versuche zu schreiben oder zu arbeiten an meinen eigenen Projekten dann hilft es mir dass ich weiß, dass es von außen keine Anruf gäbe.
00:27:08: oder ich kann jetzt bestimmte Sachen auch nicht... Erledigen, die meinen Prokrastinationen zirren.
00:27:13: Dann denkt man, das müsste es irgendwie tun.
00:27:15: und an einem Sonntag ist einfach so ... Die Welt ist ruhiger!
00:27:17: Und es gibt mir auch eher ein Gefühl nicht auf die Zeit zu achten.
00:27:20: und dann ist da nicht dieses?
00:27:21: Ah, warte mal um sechzehn Uhr hast du einen Termin?
00:27:22: Also kannst du jetzt eigentlich vor sechs Uhr gar nichts machen?
00:27:25: Deswegen finde ich das sehr nachvollziehbar.
00:27:28: Abseits von diesen ganzen Calls Unkreativen Kram.
00:27:33: Hast du dann eine bestimmte Strategie, um dich irgendwie kreativ zu kriegen?
00:27:37: Brauchst du da irgendwas?
00:27:38: Bist du so ne Musikperson die zu jedem Projekt ne Playlist hat und sagt ah ja du nix schon?
00:27:43: Ja
00:27:43: ich hab tatsächlich zu jedem Projekten eine Playlist und Musik ist sehr wichtig!
00:27:47: Ich mach die Tür zu, ich leg mein Handy weg, im Idealfall mache ich das E-Mail-Programm aus.
00:27:52: dann mache ich für das Projekt, was gerade ansteht die Playlist an.
00:27:55: Weil das für mich der schnellste Weg ist.
00:27:57: wie gesagt Zeit ist rar.
00:28:00: Das heißt ich muss schnell irgendwie in diesen Schreibtunnel kommen und dann mach' ich mir die Musik an Und das hilft meistens total um dann reinzukommen.
00:28:08: Bist du auch jemand der durch den Alltag geht und dann so Inspiration überall findet?
00:28:12: Weil das kann nicht mehr auf vorstellen dass man denkt Ah da ist irgendwas!
00:28:15: Das fand ich jetzt toll, das nehme ich mit und da kann ich jetzt sofort los schreiben.
00:28:18: oder hast Du immer so einen kleinen Zettel heutzutage mit dem Handy, immer deine Notizenapp offen und notierst dir was mit oder ist das so gar nicht deine Freundin?
00:28:27: Ich notiere mir selten wenn ich jetzt durch den Alltag gehe und mich etwas inspirieren finde weil ich mir immer sage.
00:28:33: Ich weiß nicht ob ich damit recht habe aber ich sage mir meistens Wenn mich sowas bewegt oder irgendwie sowas hängen bleibt dann bleibt es auch Und dann muss ich's mir nicht notieren.
00:28:43: Wahrscheinlich ist das Blödsinn und ich sollte mehr Dinge notieren.
00:28:45: Bei mir ist es nur so wenn ich mir irgendwas notiere ich gucke da nie wieder rein.
00:28:49: Das heißt ja am meisten sauge ich irgendwas auch unterbewusst auf und dann kommt es irgendwann wieder hervor.
00:28:55: Also, ich arbeite lieber dann so ein bisschen instinktiv und meistens habe ich natürlich aber Notizen von den letzten Feedbackgesprächen oder keine Ahnung und arbeite das gerne erst mal so Punkt für Punkt ab ohne groß drüber nachzudenken.
00:29:10: was hab' ich neulich gesehen?
00:29:11: Ein Video von Zack Kroger dem Regisseur und Autor von Weapons und Barbarian.
00:29:18: der hat gesagt er schre... Er schreibt gerne die erste Drehbuchfassung nicht als er selber, sondern erstellt sich vor.
00:29:25: Er hat einen kleinen elf angestellt.
00:29:28: den zahlt der zehn Dollar um diese erste Drei-Buchfassung zu schreiben.
00:29:33: Ich hätte es so nicht formuliert.
00:29:34: ich mache was ganz ähnliches dass ich gerne mir am Anfang die Schere im Kopf ausschalte.
00:29:40: Und einfach so, hier nennt man das Wormit Draft.
00:29:42: Er nennt es sein Elf-Draft, dass man einfach erstmal los schreibt ohne groß drüber nachzudenken und dann erst Writing ist Rewriting... Erst ab der zweiten Fassung dann so das richtige Hirn anfängt zu denken, einfach weil man so hirnlos schon viele gute Sachen findet.
00:29:59: Aber auch schon Wege beschreibt, wo man sich währenddessen schon denkt ne da muss ich gar nicht hingehen aber eben mit diesem Hirnlosen schreiben man oft ein bisschen befreiter ist und sich mehr quatscht traut und dabei sehr viel Tolles passiert.
00:30:13: Ja, das ist total schön und das bringt mich auch zu dem Gedanken.
00:30:17: Du bist ja jetzt als Autorin – wir haben es gerade schon beschrieben, es gibt auf einmal wenn man dann wirklich damit dein Geld verdient und das ist dein Beruf, dann gehört noch so viel mehr als Schreiben dazu zum Beruf der Autorinnen.
00:30:27: aber was genau begeistert dich nochmal daran dass du das jetzt wirklich beruflich machen kannst?
00:30:33: Also manchmal sitze ich in Writersrooms oder in Räumen mit anderen Filmschaffenden.
00:30:41: Und wir reden über Projekte und ich sage dann manchmal so rein, hört ihr das gerade?
00:30:45: Worüber wer redest du?
00:30:47: über irgendeinen Quatsch?
00:30:48: oder auch jetzt bei der Serie?
00:30:49: ne?
00:30:50: Du redest dann darüber diese Jacke oder lieber doch dieser Pulli und darüber redet man deine Stunde.
00:30:56: und dann sag' ich manchmal ist es nicht krass dass wir dafür Geld bekommen.
00:31:00: Sie so quatsch ausdenken, das finde ich einfach Wahnsinn.
00:31:04: Nur früher wurde ich in der Schule als Tagträumerin bezeichnet und hab so aus dem Fenster geguckt und mir irgendwelche Sachen Blödsinn ausgemalt.
00:31:12: Und jetzt verdiene ich mein Geld damit!
00:31:15: Ich find's einfach Wahnsinn dass man sich irgendwas Blödesinniges ausdenkt und dann steht man ein paar Jahre später an einem Set und das ist plötzlich Realität.
00:31:24: Das
00:31:26: ist echt die Magie des Films und da bist du als Autorin natürlich wirklich an diesem Punkt, dass man denkt alles was ich jetzt schreibe werden irgendwann Leute fürbare Münzen nehmen.
00:31:35: Werden Produzierende sich ein Kopftroh machen wie man das umsetzen kann.
00:31:39: Wären Regie-Personen noch weiter auffüllen mit Bedeutung?
00:31:43: Und werden Schauspielende sich angucken und denken okay wie komme ich dahin?
00:31:47: Wie kriege ich meinen Charakter da irgendwie hin?
00:31:50: Was du gerade schon gesagt hast, finde ich ganz spannend, nämlich dieses Tag träumende.
00:31:53: Würdest du auch sagen das ist so deine Stärke die du in diesem Büro war auslemmen kannst?
00:31:57: Dass du total gut darin bist dich ein bisschen drauf einzulassen zu träumen und einzulassend ja auf so eine Geschichte einzul lassen wo andere Leute vielleicht nicht die Zeit nehmen würden oder so?
00:32:09: Das hätte ich jetzt gar nicht so gesagt, dass das meine Stärke ist.
00:32:12: Aber wenn du das so sagst würde ich sagen ja?
00:32:15: Ich finde es total... Also für mich sind Taktrömer echt mutige Menschen die sich Zeit lassen oder die einfach einen Raum freingeben, die andere Leute vielleicht neben dem Kopf gar nicht frei geben in dem Moment weil man sie kontrolliert sein will und weil man so im Jetzt ist weißt du?
00:32:27: Also total!
00:32:29: Ich muss dazu sagen, ich bin jemand.
00:32:30: Ich kann mich nur schwer auf alltägliche Arbeiten konzentrieren.
00:32:34: also ich vergesse die Wäsche in der Waschmaschine immer.
00:32:37: Ich hasse Kochen weil ich nicht verstehe dass man eine Stunde Zeit in irgendwas steckt was man dann in fünf Minuten aufgegessen hat.
00:32:43: das sind so Alltäglichkeiten mit denen habe ich Schwierigkeiten.
00:32:47: aber wenn ich etwas ganz ganz toll finde und mich ein Thema super fasziniert interessiert Dann kann ich mich da zehn Stunden reinbegeben Und irgendwann gucke ich auf die Uhr und bin so hoch.
00:32:55: Also ich glaube ich kann mich sehr gut sehr gut fallen lassen.
00:32:59: Ich kann mich sehr gut in diese Geschichten hineinbegeben und es lebt sich da auch sehr schön für mich.
00:33:05: Weitere Stärken sind bestimmt, ich bin sehr diszipliniert.
00:33:09: Ich bin sehr ambitioniert so ne?
00:33:11: Ich setze mich einfach auch jeden Tag an meinen Schreibtisch und ich hab mein Arbeitsalltag Ich hab immer Ideen, also irgendwie gehen mir die Ideen nicht aus.
00:33:21: Da habe ich keine Angst vor, dass so was mal passiert.
00:33:24: Ich glaube, ich bin einfach sehr gemacht für diesen Beruf.
00:33:27: Ich funktioniere nicht so gut im Alltag leider.
00:33:32: Wie toll, dass du diese Sparte dann schon so schnell für dich gefunden hast und nicht diese ganzen Umwege gehen musstest durch den Alltag, sage ich mal in Anfangstrichen?
00:33:40: Da muss ich auch an einen Zitat denken oder was du gesagt hast in einem anderen Podcast mal, im Interview.
00:33:46: Dass du früher wirklich alles geschaut hast von Friends und Charms zu verbotene Liebe- und Marienhof.
00:33:52: Du wusstest also schon relativ früh dass du aus Serien machen willst.
00:33:56: Möchtest du zu diesem Statement dich nochmal beziehen?
00:33:58: Was hast du wirklich mit Interesse geschaut?
00:34:00: wo warst du?
00:34:00: vielleicht einfach ein typisches Millennial das nach Hause gekommen ist und den Fernseher angemacht hat?
00:34:04: dann lief es durch.
00:34:06: Wie ist deine Serienerinnerung?
00:34:07: Also alles davon, ja.
00:34:10: Ich habe auch Marino von Verboten und Liebe mit sehr großem Interesse geschaut!
00:34:14: Ich war sehr invested auf jeden Fall aber genauso auch mit Friends & Charmed, aber auch mit AKTX.
00:34:19: Ich hab AKTx geliebt, habe ich oft meine Mutter überreden können dass wir die Folge fertig gucken durften weil eigentlich mussten wir um zwanzigund dreißig ins Bett und da hatte gerade die erste Viertelstunde erst angefangen und man war grade mitten drin.
00:34:32: das heißt da habe ich manchmal so ein bisschen Zeit rausgezögert.
00:34:35: Ich liebe Serien und habe Serien damals schon geliebt, einfach weil man anders als beim Spielfilm wo es meistens um eine Handlung geht.
00:34:43: Geht das in der Serie?
00:34:44: vor allem um die Charaktere.
00:34:46: Zumindest eben die Serien, die damals über viele, viele Episoden, Akte X hatte, vierundzwanzig Episoden pro Staffel genauso wie Friends oder Charms.
00:34:55: das waren einfach ... Über ein Jahr lang hatte ich so eine Serie begleitet.
00:34:59: Ich hab Dawson's Creek geguckt, ich habe Buffy the Vampire Swell... Ich habe alles geguckt Einfach weil ich so an diese Figuren gebunden war.
00:35:08: Oh Gott, ich hab SeaQuest-DSV kommt mir gerade in den Kopf mit Jonathan Brandis.
00:35:13: Ich habe Baywatch geguckt!
00:35:14: Hast du Halle?
00:35:15: Ich hab wirklich alles.
00:35:16: Keine Ahnung...Ich hab Earth Two falls das irgendjemand was sagt.
00:35:19: Ich hab das alles geguckt.
00:35:21: Es gab auch diesen West-Western mit Dr.
00:35:24: Quinn.
00:35:25: Ich hatte sehr viel Fernsehe geguckt wie gesagt.
00:35:30: Ich war so ein bisschen Außenseiter und verträumt.
00:35:33: Ich hat meine Freunde in Büchern gefunden Wie gesagt, ein bisschen weird heute für den ich damit mein Geld... Es
00:35:41: war einfach schon eine Fortbildung.
00:35:43: Es waren einfach schon Aufbaukurse für das was du jetzt schon machst.
00:35:46: Tatsächlich!
00:35:47: Ich kann heute noch davon zähren weil ich habe mir dann immer alles auf VHS aufgenommen und hab das auch wieder und wieder geguckt.
00:35:55: Was ich heute verstehe ist eine Analyse.
00:35:57: Damals war es einfach nur, ich finde es so toll, ich will's wieder und Wiedersehen.
00:36:01: Das Tolle am Serien erzählen ist die Charakterbindung.
00:36:06: gebunden an diese Figuren und egal was denen passiert, du gehst mit und willst erleben wie die da durchgehen.
00:36:13: Und das über Jahre ja oft Serien, die ja über Jahre gelaufen sind ein ganzes Jahr mit dir verbracht haben.
00:36:19: und dann im neuen Jahr gab es eine neue Staffel und es gab neue Abenteuer.
00:36:23: ich habe das einfach geliebt.
00:36:24: Das waren meine New Shits, waren einfach meine Freunde
00:36:27: Und das ist total okay.
00:36:28: Die Serien waren ja genauso aufgebaut und ich glaube, ich kann auch persönlich sagen... Ich habe einfach in jeder Serie die ich gesehen hab sei es Animation oder Real, ich habe versucht mich zu identifizieren oder halt eine Identifikationsfigur zu finden darin und so waren sie auch angelegt.
00:36:44: Das finde ich wirklich immer noch total toll!
00:36:46: Ich will dich auch gleich noch was dazu fragen.
00:36:49: Jetzt noch mal kurz zur Verbindung, dein Beruf und diese Serien.
00:36:53: Wie kommst du generell so oft deine Serienideen?
00:36:57: Wenn du jetzt irgendwie sagst aus dem Alltag wenn etwas stickt dann bleibst dabei.
00:37:03: Gibt es da ein Thema wie du vorgehst?
00:37:05: oder wie kommst Du auf Ideen?
00:37:06: Kann ich gar nicht genau sagen weil ich glaube dieses Ding was Stephen King mit dieser Archäologie gesagt hat ist sehr wahr.
00:37:13: irgendwo in mir gibt das diese Ideen und wenn ich meistens in einer Phase der Entspannung bin, das ist meistens am Ende eines Urlaubs, wenn ich am Flughafen sitze.
00:37:26: Dann kommt mir plötzlich irgendwas.
00:37:27: Das ist nicht so, dass ich bewusst danach suche aber dann popt irgendwas auf und dann fange ich an zu graben sozusagen.
00:37:36: Aber ich bin niemand der jetzt sagt, ich lese irgendwie Zeitungen oder Bücher um eine Idee zu finden.
00:37:45: Ich gehe durch den Alltag und wie gesagt das bei mir sehr unterbewusst.
00:37:50: Und irgendwann poppt es dann hoch.
00:37:52: Ich hatte mal eine Idee zu einem Film, der auch nie gemacht wurde über ein Mädchen was quasi im Ikea lebt weil ihre Mutter sie im IKEA Kinderland abgesetzt hat.
00:38:02: und da kam ich drauf weil wir mein Freund und ich.
00:38:06: in Ludwigsburg war der IKEA sehr nahe und wir sind oft günstig im IKEA Mittagessen gegangen.
00:38:14: Dann läufst du an diesem Kehr-Kinderland vorbei und denkst dir so, eier wie cool.
00:38:19: Du kannst ja einfach dein Kind abgeben da oben was essen gehen und wieder wegfahren uns am Abend erst ab.
00:38:24: So habe ich mir das vorgestellt Und dann ist daraus irgendwann so eine Idee.
00:38:28: oder man hat dann direkt Figuren.
00:38:29: Man weiß direkt okay es ist eine Mutter die offensichtlich überfordert ist mit ihrem kind und keinen Ort hat wo sie sonst abgeben kann dass dann zu mir keher Kinderland bringt.
00:38:37: und so ist deine Idee daraus entstanden.
00:38:40: und Jetzt bei Haus auf Yang war's so Ich hatte schon lange lange und ich kann nicht sagen das kommt, aber ich hatte lange schon die Idee von einem Haus was über Generationen hinweg von diesem Haus beobachtet wird.
00:38:52: Also die Familie darin und vielleicht kommt es auch daher... Die Oma von meinem Freund ist in dem Haus, in dem seine Eltern immer noch leben geboren und auch gestorben.
00:39:02: Und die ist fast hundert Jahre alt geworden, hat da selber drin Kinder bekommen und so.
00:39:07: Natürlich sind das alles Dinge, die in meinem Leben passieren und die ich irgendwie verarbeite.
00:39:13: Wie gesagt durch dieses Tagebuch was ich damals hatte habe gemerkt Schreiben ist für mich der Ort wo ich die Dinge dann verarbeitet.
00:39:19: Also egal was mir passiert oder was ich erlebe, was ich sehe im Schreiben kommt bei mir dann die Verarbeitung dessen.
00:39:25: Du hast gerade schon Haus auf Yang erwähnt, deswegen freu ich mich, wenn wir da jetzt nämlich landen.
00:39:29: Nämlich bei der Serie, bei der du jetzt zum allerersten Mal auch Creatorin bist.
00:39:36: Lass uns doch kurz mal drauf eingehen was ist der Unterschied eigentlich zwischen Headout-Touren und Creatorinnen?
00:39:41: Und wie hast du es auch erlebt im Zuge dieses Projekts?
00:39:44: Also Creator, da steckt die Definition schon drin.
00:39:47: Du bist die Person, die die Serie kreiert das heißt du hast sie geschaffen, du hast die Idee gehabt, du hasst sie geschrieben Du hast die Welt definiert sozusagen, du bist der oder die Creatorin.
00:39:58: Als Head Autorin bei nicht totzukriegen und bei FN Line bin ich später erst auf das Projekt gekommen als die Serie schon kreiert war so zu sagen.
00:40:07: Dann als Head Autorin nimmt man das, was da ist und versucht dann eine spannende Erzählung weiter zu stricken.
00:40:15: Jetzt bei Edvin Leine.
00:40:17: es gab irgendwie schon einen Piloten den ich aber irgendwann nochmal umgeschrieben habe, weil sich Dinge weiter verändert haben.
00:40:23: Aber die Grundidee des Konzepts – das gab's einfach schon!
00:40:26: Es war nicht totzukriegen, genau das Gleiche Das gab' es schon.
00:40:30: Und dann kommt man später dazu und muss dann einfach gucken Was passiert in Episode zwei, was passiert in episode drei?
00:40:37: Was passiert im großen Finale?
00:40:38: so einen ganzen Staffelbogen zu spannen.
00:40:40: Das ist dann die Aufgabe und dann die Bücher zu schreiben.
00:40:43: als Creator sitzt du da und entwickelst wirklich von null an und überlegst dir alles was diese Serie sein soll.
00:40:51: Es ist eine ganz andere Art von Verbundenheit.
00:40:54: auch zu einem Projekt, komme ich später dazu und gibt es ganz viel schon.
00:40:57: Und ich gucke irgendwie, wofür kann da mein Herz schlagen?
00:41:01: Wo kann ich andocken?
00:41:02: Das andere kommt aus dir heraus und ist quasi eins mit dir.
00:41:07: Das habe ich so bei Hausaufjagen jetzt so
00:41:08: empfunden.".
00:41:09: Da gibt's
00:41:09: ja noch den Begriff der Showrunnerin!
00:41:11: Inwiefern unterscheidet sich das auch noch?
00:41:13: oder ist das eigentlich die Creatorin?
00:41:15: Nee als Creator hast du die Idee das Ganze.
00:41:19: Showrunner kommt aus den USA, kommt der Begriff und bedeutet dass du als Person die Vision der Serie beschützt und schützt.
00:41:32: in die Köpfe der anderen Menschen, die mitarbeiten steckst ... als Protector der Geschichte sozusagen, und zwar von A bis Z. Also als Showrunner bist du nicht immer von Minute eins an... Du kannst ja showrunner auch später auf ein Projekt kommen aber du beschützt was auch immer die Vision des Creators war bis zum Ende.
00:41:50: das heißt als ShowRunnerin war ich bei House of Young in der ganzen Vorproduktion gleich auf mit der Regie.
00:41:56: Ich war jeden Tag am Set und hab da auch Input gegeben Und ich war dann eben in der Post-Produktion federführend und habe den Schnitt hauptsächlich gemacht und dann die ganze weitere Postproduktion auch alleine zu Ende geführt.
00:42:08: Wir haben da sehr das amerikanische Prinzip gefahren, es auch mit damit zu tun hatte dass unsere Regisseurin Mia Spengler nicht so viel Zeit hatte, die ist von einem Fernsehfilm direkt in den nächsten weiter.
00:42:19: aber was eben dazu geführt hat, dass wir das sehr amerikanisch gehalten haben, dass ich wirklich als die Beschützerin dieser Visionen von vorne bis hinten mit dabei bin.
00:42:28: Ich bin dann auch bei Finanzierungsgesprächen mit dabei und du bist eben sowohl produktionell eingebunden als auch kreativ, als auch am Set.
00:42:37: Du bist quasi überall die Person, die sagt Moment mal!
00:42:41: So ist es im Buch aber anders oder die Idee der Serie ist anders selbst wenn das jetzt mehr kostet dafür müssen wir einstehen.
00:42:48: da nehmen wir das Geld woanders raus weil dass ist dann weniger wichtig.
00:42:51: also das ist so ein bisschen die Aufgabe der Showrunner-Person in jedem in jedem Stadium sozusagen.
00:42:57: Das klingt erstmal nach sehr, sehr viel Arbeit.
00:43:02: Was waren dann so Herausforderungen die du jetzt auch im Nachhinein nochmal sagen würdest mit denen du vielleicht nicht gerechnet hattest?
00:43:07: Die dich vielleicht ziemlich überrascht haben und du hast es ja vorhin schon erwähnt.
00:43:10: Du hast dir deinen Abschluss dann auch in Serienproducing an der Filmakademie gemacht.
00:43:15: Inwiefern konntest du vielleicht davon auch noch zehren denn jetzt in dieser Erfahrung und würdest du dich jetzt Bist du Produzentin in dir gewachsen, in den letzten Jahren?
00:43:22: Also damals an der Filmhochschule waren quasi wir Drehbuchstudierende und die Produktionsstudierenden dann in einer Klasse.
00:43:28: Und wir haben alles zusammen gemacht in diesem Sehenproducing-Studium Mein Hauptaugen mehr trotzdem auf dem Schreiben.
00:43:35: aber trotzdem haben wir alles mit... Mit auch erlebt und hatten die gleiche Nutzierenden.
00:43:39: Und ich war dann auch bei Heldnass Alltags meinem Abschlussserienprojekt, weil ich dann auch Executive Producer was der Showrunner letztendlich ist zusammen mit meiner Produzentin damals.
00:43:52: schon eine gute Schule, aber das war alles in einem ganz kleinen Setting und im geschützten Rahmen der Filmhochschule sozusagen.
00:43:59: Aber auch da bin ich eben alle schon mal durchlaufen.
00:44:02: Und das hat natürlich geholfen jetzt, aber ich würde sagen was mir mehr geholft hatte, war schon die Erfahrung als Head Autorin oder generell die Jahre an Erfahrungen dieser Branche, die ich schon hatte.
00:44:14: Auch das Arbeiten unter Soranen bei Athenein waren eben die Weidemann
00:44:17: Bros.,
00:44:18: die Sorana der Serie.
00:44:19: Das heißt ich habe einfach viel an Informationen schon gehabt.
00:44:23: Ich habe auch im Vorfeld der Serie mit unterschiedlichsten Showrunnerinnen gesprochen, die das schon mal gemacht hatten.
00:44:29: Mit Annette Hess zum Beispiel habe ich gesprochen und sie hat mir sehr gute Ratschläge gegeben.
00:44:33: Ich hab mit Leuten gesprochen, wie die Untershowrunnern gearbeitet haben unter anderem eben auch Regiepersonen umzufragen was war für euch schwierig?
00:44:40: Was war für ihr gut?
00:44:42: Wie kann so eine Zusammenarbeit gut funktionieren?
00:44:44: Das heißt ich habe mir sehr viel Input geholt ... um dann für mich so ein bisschen meinen Weg zu bilden.
00:44:51: Jetzt habe ich den Anfang der Frage vergessen, was war das?
00:44:53: Welche Herausforderungen
00:44:54: sind denn eigentlich begegnet?
00:44:56: Aber du hast ja... Ich hab' das Gefühl, du hast dich ja sehr gut vorbereitet!
00:44:58: Also es hätte dich nichts mehr überrascht in dem Making of Hearted
00:45:02: Gang.
00:45:03: Naja, ich sag mal so Überraschungen gab's dann schon viele aber viel in sehr... positiven.
00:45:09: Aber ich war dann schon überrascht, wenn ich in den Geldgesprächen drin saß und gemerkt habe wie du vorhin gesagt hast jedes Wort wird fürbare Münze.
00:45:18: Jedes Wort kostet Geld was vielleicht manchmal auch ein bisschen unbedacht ins Drehbuch reingeschrieben hat oder weil es sich gut angehört hat oder aber auch weil ich ein bisschen Atmosphäre kreieren wollte eine Mystery Serie.
00:45:29: da geht schon noch viel um eine Atmosfere.
00:45:31: Ich hatte dann einen eidigen Szenen hat das im Drehbuch geregnet.
00:45:35: Dann war sie in diesen Finanzierungsgespräch wo uns einen Brunnen bauen.
00:45:38: Wo uns gesagt wird, wir können keinen Brunn bauen.
00:45:40: und ich habe aber die ganze Zeit wusste der Brunne ist für mich aber essentiell wichtig.
00:45:44: Wir müssen es irgendwie schaffen diesen Brunn zu bauen.
00:45:46: Wir haben aber kein Geld dafür.
00:45:47: warum haben wir kein Geld Dafür?
00:45:48: Ah weil da und da und darin steht dass es regnet Und da hab' ich erst gemerkt was das eigentlich bedeutet auch für meinen Schreiben Hab dann gesagt das ist doch gar kein Problem dann nehmen wir den Regen raus.
00:46:00: Aber manchmal war ich dann eben in meiner Karriere davor so irritiert, wenn Dinge plötzlich anders waren und mir niemand gesagt hat warum.
00:46:08: Wo ich mir denke... Boah, nehmt bitte den die Autorin mit in diese Gespräche rein.
00:46:12: Weil sie ganz oft sagen können das ist wichtig aber das ist gar nicht wichtig!
00:46:16: Das kostet ganz viel Geld obwohl es nicht wichtig ist.
00:46:19: Das kann ich anders machen da kann ich eine kreative andere Lösung dafür finden.
00:46:23: Das war für mich krasse Überraschung.
00:46:25: einfach wo fließt das Geld de facto hin?
00:46:27: Was kostet wirklich richtig viel was kostet gar nicht soviel den ich super leicht aus dem Drehbuch streichen kann.
00:46:34: Das waren so für mich krasse Momente, auch im Casting wo ich gemerkt habe auch als Autorin dabei zu sein wenn deine Szenen zum ersten Mal gespielt werden.
00:46:45: Im Schnitt dabei zu seien auch als autorin das höre ich jetzt immer wieder von Sean aus den USA.
00:46:50: in dem System des Writers Rooms werden schon Juniorwriters Editing-Prozess eingebunden, wo gesagt wird deine Episode funktioniert gerade nicht.
00:46:59: Geh mal in den Schnitt und fixe das!
00:47:02: Weil eben wie du ihr vorhin auch schon gesagt hast schreiben eigentlich nicht nur im Schnittprozess überall dabei ist.
00:47:08: für mich war auch überraschend.
00:47:09: ich dachte ich halte den Dreh durch weil das längste was ich jemals an der Filmakademie hatte an Dreherfahrung wirklich waren fünf Tage am Stück und danach diesen fünf Tagen war ich immer Tod und musste eine Woche schlafen.
00:47:21: Das heißt, ich hatte wirklich Angst von so einem... Wir hatten nur thirty-fünf Drehtage aber die waren... Aber ihr
00:47:25: hattet thirty-five
00:47:26: Drehtagen?
00:47:27: Ja, die waren sehr voll!
00:47:28: Und die waren eben wenn ich richtig rechnete sieben Mal solange wie ich bisher erlebt hatte.
00:47:33: Da ist ich halt wirklich angst dass sich diesen Dreh nicht durchstehe und vor allem auch das ich irgendwann ausgelaugt bin.
00:47:38: Und das war für mich glaube ich einer der größten Herausforderungen.
00:47:41: und dann habe ich aber relativ schnell gemerkt Ich halte das sehr gut durch und ich habe weiterhin Ideen.
00:47:45: Ich kann mich weiterhin einbringen für Sorgen, meine Vision zu bewahren.
00:47:51: noch mehr Input reinzugeben und auch verstehen, wo müssen wir jetzt gerade kürzen?
00:47:55: Weil wir schaffen es zeitlich nicht mehr.
00:47:57: Und auch da kreativ zu bleiben.
00:47:58: Ja das war für mich glaube ich die größte Herausforderung, die ich dann aber auch mit Freude dann irgendwann gemeistert habe.
00:48:04: Und natürlich dann auch zu wissen in der ganzen Postproduktion werde ich auf mich alleine gestellt sein.
00:48:09: wie mache ich das?
00:48:10: Kriege ich das hin!
00:48:12: Aber hab' ich alles gut hingekriegt.
00:48:13: Ich hatte auch meinen Produzenten an meiner Seite den Arto, der mich dann unterstützen konnte wenn ich Fragen hatte.
00:48:18: Der hat eine Regie in Ludwigsburg studiert war dann immer mit Rat und Tat zur Verfügung.
00:48:24: Ja, man merkt halt auch immer wieder egal wie viele Aufgaben du jetzt auch gemeistert hast und so am Ende geht es darum dass tolle Leute dabei hat und nicht egal, wie viel du jetzt auch schon da vorwusst ist.
00:48:35: Wie viele Wissen du jetzt mitgebracht hast und wieviel du auch gestemmt hast!
00:48:39: Es ist immer noch ein Teamwork.
00:48:40: Film und Serien machen is'n Teamwork.
00:48:42: Du hast gerade eben nochmal deine Vision angesprochen bei House of Yang Und da würde ich gerne nochmal drauf eingehen weil ich mich dann auch immer wieder frage Mit dem was du jetzt also mit der Serie machst, du erzählst drei Generationen des Frühstjahren das wir einteuchen ist neunzehntneunundvierzig Dann wandern wir durch die Zeit.
00:48:59: Du erzählst einen deutsch-asiatischen Cast.
00:49:02: Inwiefern war das Schreiben an dieser Serie für dich vielleicht auch ein politischer Akt?
00:49:05: Oder inwiefern würdest du deinen Arbeiten vielleicht doch als politisch?
00:49:08: oder wiefern kannst du das politisch auch einsetzen beruflich, weil es ist ja für dich dann doch ein Unterhaltungsmedium?
00:49:15: auf jeden Fall
00:49:16: Ja beides auf jeden fall.
00:49:18: also ich denke als filmschaffende kann man fast nicht die Augen davor verschließen, auch politisch zu sein und sein zu müssen gerade in diesen Zeiten.
00:49:27: Und wie kann ich das persönlich jetzt machen mit den Mitteln, die ich habe?
00:49:32: Bei mir ist es eben vor ein paar Jahren sehr stark geworden dass ich gemerkt habe Ich hab bisher nur weiße Figuren geschrieben.
00:49:41: Das war schon etwas wo mittig auch zu knabbern hatte.
00:49:45: Ich habe immer wieder versucht andere Figuren mit reinzunehmen aber so richtig gut funktioniert, hatte das bisher nicht.
00:49:54: Und ich hatte immer mehr auch Zugang zu meinen eigenen Wurzeln gefunden und hatte das Gefühl, ich muss darüber einfach schreiben und erzählen.
00:50:05: Ich habe jahrelang versucht eine mixtasiatische Hauptfigur an Sender zu verkaufen und hab teilweise sehr harsche aber auch rassistisches Feedback bekommen.
00:50:16: was mich persönlich auch sehr verletzt hat hat an einem bestimmten Punkt, wo ich gemerkt habe wie unfassbar schwer es ist eine bestimmte Perspektive einzunehmen und dass die Türen dann oft ganz schnell zugehen.
00:50:31: Und da weiter für zu kämpfen ist für mich schon ein politischer Akt gewesen.
00:50:35: und vor allem ist das was ich jetzt gemacht habe ein bisschen ein Trojanisches Pferd gewesen weil ich weiterhin Die Geschichte einer Mixed-Asiatin in der Hauptrolle erzähle, und ich erzähle die Szenen auch, die ich auch in den anderen Projekten schon hatte.
00:50:52: Nur erzähle ich sie in einem Genre!
00:50:54: Und ich erzähl' sie so dass es unterhaltsam ist, dass es Mystery isst... Ich sage mal die reine Dramabearbeitung meines Erlebens sozusagen als Mixed Asiatinnen in diesem Land ist was sich davor so ein bisschen versucht hat sondern Ich habe es in einer Genre gebetet, was auch Menschen die kein Zugang jetzt zu so einer Geschichte hätten.
00:51:16: Die da familiär drin steckt trotzdem ein... eine Art Unterhaltung da drin sehen können.
00:51:21: und das war für mich so ein bisschen der Trick, muss ich sagen.
00:51:25: Dadurch dass ich es einerseits pitchen kann als Ja, das ist eine Geschichte über eine mixasiatische Familie und transgenerationales Trauma.
00:51:33: oder ich kann sagen Es geht um ein Haus im Schwarzwald und dafür verschwinden zwei Mädchen aus den Zimmern Und die Zimmer mit ihnen.
00:51:42: Die werden nie wieder gesehen und tauchen nie wieder auf.
00:51:45: Was ist los mit diesem Haus?
00:51:45: Das sind zwei unterschiedliche Art und Weise des Pitchings, beides ist richtig für die Serie.
00:51:52: aber ich konnte quasi immer so ein bisschen wählen was Pitching wann damit die Tür nicht zugehen.
00:51:57: Und das ist natürlich total schrecklich, weil natürlich wollte ich mit dem Kern was mich eigentlich interessiert nämlich dieses transgenerationale Trauma in einer deutsch- chinesischen Familie und was es bedeutet von Anfang bis Ende.
00:52:10: dass ist das was mich am Ende interessierte oder was mich von Anfang an interessierte.
00:52:14: aber da sind die Türen zugegangen und deswegen habe ich einen anderen Weg gefunden.
00:52:19: ja klar.
00:52:19: das macht mich schon auch immer noch nachdenklich wenn Gespräche mit Redaktionen, die ich im Vorfeld hatte.
00:52:26: Die das Projekt abgelehnt hatten als es noch in einem anderen Stadium und einem anderen Haus sozusagen war.
00:52:32: Das war schwierig.
00:52:34: Und wenn ich an einem anderen Punkt in meiner Karriere gewesen wäre dann hätte mich das glaube ich davon abgebracht weiter zu versuchen.
00:52:41: muss ich sagen
00:52:42: Ja, es zeigt wieder was für ein Kraftakt auch die Entwicklung und Durchführung dieser Serie war.
00:52:47: Wie viele Jahre hast du dann letztendlich in Hausophien gearbeitet?
00:52:50: Wenn du sagst von der ersten Idee egal wenn sie noch ein bisschen anders war bis jetzt bis zum Erscheinens?
00:52:55: Also... Es war eben so'n Mix aus.
00:52:58: ich hatte diese Idee mit diesem Haus Was die Familie, die in ihm lebt beobachtet über Generation.
00:53:03: Ich hatte aber eben auch gleichzeitig den Wunsch eine mixasiatische Person zu erzählen und das hatte am Anfang wenig miteinander zu tun.
00:53:11: Die sind aber ungefähr gleichzeitig entstanden, lustigerweise.
00:53:14: Also es muss irgendwann... Das war auf jeden Fall vor der Pandemie.
00:53:17: Das muss irgendwann um zweitausend... Irgendwann zwischen zwei tausend, siebzehnt und zweitens neunzehn, würde ich sagen, hatte die erste Idee von diesem Haus.
00:53:25: Und dann um die Pandemie herum den Wunsch einer Asiatin oder eine Deutschasiatin Mix-Asiatin zu erzähln.
00:53:33: Und irgendwann habe ich dann verstanden Ich sollte diese beiden Ideen zusammenlegen.
00:53:38: Und das muss so ... ... in den Jahr- und Jahrzehnten, glaube ich, gewesen sein?
00:53:42: Und dann hat der SWR, zwanzig dreiundzwanzig einen Aufruf gestartet.
00:53:46: Ein Serienwettbewerb – wir suchen Genre!
00:53:49: Wir suchen Serien von Leuten aus dem SWR-Land mit Serien die dort verankert sind.
00:53:54: und dann habe ich da drei Seiten eingereicht und dann wurde ich ausgewählt als eines von hundert achtzig Projekten unter den letzten zehn und dann gab es noch einmal eine Abstufung auf die letzten drei und dann hab' ich mit diesem Konzept gewonnen Und dann war klar, wir machen diese Serie und dann ging es ganz schnell.
00:54:12: Ja
00:54:13: aber zeigt auch wieder ich persönlich glaube ja immer dran jedes Projekt hat seine Zeit.
00:54:17: also wie du vorhin auch schon andere Projekte angesprochen hast die noch nicht gedreht wurden Auch wenn sie in der Schublade liegen Die haben ihre Zeit, die werden ihre Zeit bekommen und wenn sie ihre Zeit bekommt dann wird auch alles irgendwie passen denke ich mir.
00:54:30: Wir kommen jetzt leider schon zum Ende obwohl ich ganz ganz viele mehr Fragen hätte und noch mich weiter mit dir unterhalten möchte.
00:54:36: Ich verweise aber sehr gerne wenn ihr diesen Podcast jetzt im Oktober zweiter um sechsundzwanzig hört kommt doch sehr gerne zu unserem Screening von Haus auf Yang in zwölf Kino hier in Berlin am einundzwanzigzehnten, das ist sein Mittwoch.
00:54:49: Weil da werden wir nicht nur Dichtskast haben sondern auch deine Redakteurin Katharina Duvner vom SWR und wenn dann noch viel mehr übers Serien machen über House of Yang und generell über das Produzieren mit Sendern auch sprechen, da freue ich mich sehr drauf.
00:55:04: also kommt vorbei, weil es sind drei tolle Folgen in die wir reingucken dürfen und dann könnt ihr Tiritsch nach Hause gehen.
00:55:10: Und die letzten drei auch noch gucken wenn sie online sind.
00:55:13: also... Es ist ein Traum.
00:55:15: plus ihr habt noch etwas mitgenommen von Steffi.
00:55:17: genau was ich dich unbedingt fragen wollte ist Was sind deine aktuellen Serien-Tipps beziehungsweise kombiniert mit der Frage Welches Land macht eigentlich richtig gute Serien?
00:55:28: Deiner Meinung nach
00:55:31: Okay.
00:55:31: Also Ich würde sagen Deutschland ist glaube ich auf einem ganz guten Weg.
00:55:38: Wir haben mit den Zweiflers in Cannes gewonnen, wir haben jetzt mit Das Manko kann nicht auch nur sehr empfehlen eine fantastische Comedy-Serie Comedy aus Deutschland die auch international Preise jetzt schon gewonnen hat und wirklich Ich habe die Serie auf dem Seelencamp Festival in Köln sehen dürfen.
00:55:58: das war für mich ein Highlight auf jeden Fall.
00:56:02: Und jetzt natürlich mit Hausophiang Auch Mystery aus Deutschland.
00:56:06: Aber ansonsten bin ich schon sehr geprägt von skandinavischen britischen und amerikanischen Serien, muss ich sagen.
00:56:13: Ja alle meine Serien die mich im Schreiben auch total motiviert haben sind viel HBO-Serien.
00:56:21: HBO einfach nochmal anders an das Serienschreiben rangeht anderen Wert irgendwie aufschreiben Entwicklungszeit, Drehbücher legt bei denen sind die Dreh-Bücher fertig bevor gedreht wird.
00:56:33: Anders als bei anderen Streamern oft und ich finde das merkt man einfach.
00:56:36: also Lieblingsserien von mir früher ganz viel Six Feet Under the Left Overs.
00:56:42: Ich gucke gerade aktuell The Wire Zum ersten Mal.
00:56:46: Ich hab's
00:56:46: auch noch nicht gesehen!
00:56:47: Ja, ich kann es empfehlen aber... Es ist einfach ein bisschen eine andere Art das erzählens einfach weil jetzt schon zwanzig Jahre oder wie lange alt er ist und sich Zeit lässt.
00:56:57: Aber ich finde das total inspirierend.
00:56:59: Nicht dieses Und in Minute eins muss es knallen und dann muss es noch mehr knallen sondern einfach ne wir lassen uns Zeit und Vertrauen der Geschichte wir vertrauen den Figuren durchatmen.
00:57:12: Das ist total anders als die Sachen, die man sonst so guckt aber ich finde das sehr angenehm.
00:57:19: Was war noch die Frage?
00:57:20: Du hast es schon beantwortet!
00:57:23: Was gibt's denn was du eigentlich gerne früher gewusst hättest?
00:57:27: Wenn du jetzt nochmal vor der fünfzehnjährigen Steffi stehen könntest, die denkt hey vielleicht will ich das machen Editing in dem Fall noch damals, aber dann vielleicht auch der Studiumsteffi...was für ein Ratschlag würdest du ihr jetzt
00:57:39: mitgeben?!
00:57:40: Oh, ich glaub die fünfzehnjährige aber auch die zwanzigjährige Steffi war voller Selbstzweifel und Angst glaube ich auch.
00:57:52: Vor der Welt vor sich selbst Und auch vor Wahrheiten.
00:57:56: Ich würde ihr sagen erst mal hab selbst Vertrauen.
00:58:00: Oft hat man ja so dieses Gefühl dieses Imposter-Ding Ne?
00:58:03: Ich kann das eh nicht.
00:58:04: bin ich gut genug?
00:58:05: alle anderen sind besser.
00:58:07: Ich tue nur so als ob.
00:58:09: Und aber wenn du den Drang hast, wenn du das Gefühl hast ich habe was zu erzählen dann hast du auch etwas zu erzähln und vertraue dem.
00:58:17: Geh da hin wo es wehtut!
00:58:19: Erzähl Wahrheiten, erzähle etwas.
00:58:21: Schreib etwas auf wo du irgendwie so die Augen zu machen musst.
00:58:25: wenn du es jemandem zu lesen gibst weil du dich ein bisschen schämst auch Weil Du gerade was wahres über Dich erzählt hast und alles was sich so real anfühlt habe ich immer das Gefühl wird dass wird gespürt.
00:58:37: man spürt das einfach im lesen oder eben gucken am ende.
00:58:41: und deswegen würde ich ja die junge steffi ermuntern da hinzugehen, wo's weh tut und Therapie zu machen.
00:58:49: Man kann sehr viel leichter dahin gehen, wenn man das verarbeitet hat schon.
00:58:53: Guck mal, sogar noch ein Alltagstipp!
00:58:55: Und wenn du jetzt aktuell Filmschaffende triffst die gerade anfangen in der Branche ist es ein ähnlicher Rat den du denen geben würdest.
00:59:01: oder mit Blick auch auf die Zukunft mit so Prognosen, die du vielleicht für dich auch hast?
00:59:06: Was würdest du denen mitgeben wollen?
00:59:09: Ich glaube ich würde ihnen mitgeben dass sie nicht alleine sind und dass sie das auch leben sollten.
00:59:17: Weil ich war am Anfang meiner Karriere viel alleine als Autorin, du schreibst für dich in einem Cam-Alein dann hast du irgendwie Treffen mit Produzierenden und mit Regiepersonen.
00:59:27: aber ich hatte wenig Kontakt zu anderen Filmschaffen und vor allem zu anderen Schreibenden.
00:59:33: Ich bin dann in einen Gemeinschaftsbüro gezogen irgendwann, wo ganz viele andere Filmschaffende war.
00:59:39: Und dieser Austausch hat mich total beflügelt und hat mir auch noch mal gezeigt... Nein ich bin nicht alleine mit den Problemen oder so die man manchmal hat mit eben inner Zusammenarbeit, mit Produktion oder mit Regie.
00:59:51: Das war für mich tatsächlich ein großer Anker in der Zeit meiner Karriere bis hierhin.
00:59:57: Deswegen würde ich immer allen raten ihr müsst nicht allein schreiben vor allem das!
01:00:03: der Glaube als Regie, du musst alles irgendwie alleine schreiben.
01:00:05: Du musst gar nichts alleine schreiben!
01:00:07: Es gibt Leute die machen das gerne.
01:00:08: es gibt Leute, die quälen sich nicht beim schreiben.
01:00:11: man denkt immer man muss sich quäeln stimmt aber nicht.
01:00:14: ich glaube vielleicht hat man rausgehört ich schreibe gerne macht diesen beruf sehr gerne und man muss dich nicht quählen muss sich vor allem nicht alleine quähen.
01:00:24: auch.
01:00:24: man kann Bildet Kollektive, holt euch Co-Autor und Co-Ortorinnen dazu.
01:00:30: Seitenschreib du findet Partner in mit denen ihr einen Austausch habt und sei es nur um eure Stoffe mal jemandem zu zeigen und Feedback sich zu holen.
01:00:39: Das mache ich immer mit zwei drei Leuten im Umkreis die auch schreiben wir schicken uns unsere Sachen gegenseitig und geben uns Feedback.
01:00:48: man lernt Feedback zu geben, man lernte Feedback aufzunehmen.
01:00:52: Total wichtig.
01:00:53: das heißt abgesehen davon, das Ja-Wahrheiten zu schreiben würde ich glaube immer sagen seid nicht alleine und tut euch zusammen.
01:01:00: Da würde ich auch nochmal finde ich ein sehr gutes Schlusswort würde ich unterschreiben sage ich auch immer gerne bei unseren screenings ganz am Ende bildet banden kommt zusammen also kommt zusammen am einundzwanzigsten zehnten noch mal kommt in zwölf kino.
01:01:13: es war total schön mit dir steffi dankeschön dass du da warst.
01:01:16: ja wir freuen uns schon auf das screening zusammen.
01:01:22: Ich freue mich sehr auf Screening und ab dem neunten zehnten kann man die Serie schon streamen in der IED mit der Theek Haus of Young.
01:01:28: Perfekt!
01:01:29: Bis dahin, tschüss!
01:01:54: und kommt natürlich auch gerne
01:01:55: zu unseren
01:01:56: Screenings, die wir ungefähr einmal im Monat überall in Berlin veranstalten.
01:02:02: Aufnahme, Schnitt- und Postproduktion des Podcasts macht das Studio thirty-six.
01:02:07: Das Konzept ist entwickelt von Clara Déventier, Irina Thieb und Svenja Heimlis.
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